Die Stadt der Blinden – José Saramago (2)

28. Juni 2009 by Anj

blindnessAusgelesen.

Ich glaube nicht, dass wir erblindet sind, ich glaube, wir sind blind, Blinde, die sehen, Blinde, die sehend nicht sehen.

Unerwartet kam die Erkenntnis darüber, dass ich im Laufe der Geschichte gar nicht mehr so sehr darauf erpicht war, herauszufinden, was die Ursache für die plötzlich aufgetretene  Blindheit einer ganzen Stadt ist. José Saramagos Werk ist kein Medizin-Thriller, wie man vielleicht zunächst vermuten könnte. Irgendwann war es gar nicht mehr wichtig, Fragen wie “Warum ist das passiert?” und “Werden sie wieder sehen können? Und wenn ja, wodurch?” beantwortet zu bekommen.

Ich denke, bei “Ensaio sobre a Cegueira” ist es vielmehr der Verlauf der Handlung selbst als das Ergebnis das Fesselnde. In einer namenlosen Gesellschaft, die jede existierende Stadt widerspiegeln könnte, geschieht ein Unglück und es ist weniger relevant, warum dies geschieht, als vielmehr, wie die Menschen und ihr politisches System darauf reagieren.

Grausamer, als ich gedacht hätte, und damit wohl nicht als leichte Einschlaflektüre gedacht. Dennoch nicht so bombastisch und spektakulär wie ein Thriller. “Die Stadt der Blinden” ist auf eine hässliche Art und Weise packend.

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Die Stadt der Blinden – José Saramago (1)

Anja Strilek

Öland von Johan Theorin

5. Juni 2009 by F

Johan Theorin, ÖlandEin stilles,  geradliniges Buch, was ohne Effekthascherei von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist.

Öland während des Zweiten Weltkriegs: Nils Kant wurde von den anderen Dorfbewohnern nie gemocht. “Das mit seinem Bruder war kein Unfall.”, tuscheln sie. Als Nils zwanzig ist, erschießt er in der Alvar, seiner Alvar, zwei deutsche Kriegsflüchtlinge und nimmt deren Kriegsbeute an sich. Danach muss er selber fliehen und kehrt fünfzehn Jahre später im Sarg nach Öland zurück. Aber die Dorfbewohner sagen, dass Nils Kant noch lebt…

Öland Ende der 70er: Der fünfjährige Jens verschwindet spurlos. Zwanzig Jahre später erhält sein Großvater eine Sandale von dem Jungen mit der Post…

Leonie Swann – “Glennkill” – Ein Schafskrimi (2) – Aufgegeben

26. Mai 2009 by Anj

glennkillSeit Wochen liegt es nun schon unter meinem Couchtisch, mit einem Lesezeichen zwischen Seite 102 und 103. Eigentlich müsste ich es noch bis Seite 375 schaffen, eigentlich müsste ich durchhalten und die Phase überstehen, in der es ein bisschen langweilig zugeht bei den Schafen Mopple, the Whale und Co. Denn viele sagen ja, dass es bei “Glennkill” leider diese Spannungsdürreperiode gibt, aber dass das Buch zum Ende hin dann wieder aufregender wird.

Zum Ende hin? Das sind noch 272 Seiten!!!

Ich lege sehr selten ein angeknabbertes Buch wieder weg (vielleicht, weil meine Vorauswahl so schön anspruchsvoll ist), aber bei diesem muss ich mal wieder eine Ausnahme machen. “Glennkill” ist zwar nicht furchtbar grottig, aber für mich leider doch etwas zu langatmig. Da ich eh schon kein Fan von Krimis bin und beim Lesen auch noch aufpassen müsste, jedes Detail mitzubekommen, damit ich den größeren Clou schließlich verstehe, wäre ein bisschen Spannung dann und wann nicht verkehrt, um mich bei Laune zu halten. Aber so ertappe ich mich immer wieder, wie ich stur die Wörter lese, aber mit dem Kopf doch ganz woanders bin.

Peinlich natürlich, wenn man das Buch von einer Freundin geliehen hat, der man es zuvor zu Weihnachten geschenkt hat. Mit den Worten: “Das hab’ ich gefunden. Klingt total witzig. Lies es schnell, damit ich es danach haben kann!”

Aber nun gebe ich es ihr zurück und lasse mir von ihr das Ende erzählen. Denn ich will schon wissen, wer hier der Mörder ist. Aber selbst lesen halte ich nicht mehr durch. Vielleicht würde ich es tun, wenn ich 4 Wochen hausarbeitsfreien, arbeitsfreien und praktikumsfreien Urlaub hätte. Aber so ist mir meine beschränkte Lesezeit zu schade. Da warten noch “Die Stadt der Blinden” und andere Neuerwerbungen auf mich.

Nein, da bin ich rigoros. “Glennkill” wird aussortiert. Tut mir leid um die wirklich süße Idee. Aber mein zappeliges Leseherz braucht jetzt erstmal wieder mindestens 272 Seiten Spannung.

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Wie alles begann: “Glennkill” die erste

Anja Strilek

Henning Mankell “Tiefe” 2

17. Mai 2009 by F

Wie letztens bereits geschildert, habe ich dieses Buch nun erneut gelesen.

Was dabei rauskam?

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Die Stadt der Blinden – José Saramago (1)

9. Mai 2009 by Anj

cegueiraEndlich leuchtete das grüne Licht auf, die Autos fuhren abrupt an, doch sofort bemerkte man, dass nicht alle zugleich losgefahren waren. Das erste in der mittleren Reihe steht, da muss es irgendein technisches Problem geben [...] Einige Fahrer sind schon auf die Straße gsprungen, bereit, das stehengebliebene Auto von der Straße zu schieben, damit es den Verkehr nicht mehr behindert, sie klopfen heftig gegen die geschlossenen Scheiben, der Mann im Auto wendet ihnen das Gesicht zu, zur einen, dann zur anderen Seite, man sieht, dass er etwas ruft, an der Bewegung seiner Lippen sieht man, dass er ein Wort wiederholt, nicht eins, nein, in Wirklichkeit drei, wie man erfahren wird, wenn endlich jemand die Tür öffnen kann, Ich bin blind.

Noch bevor der gleichnamige Film herauskam, wollte ich schon dieses Buch lesen. Und jetzt, da es mir beim Bestsellerregal quasi ins Handtäschchen sprang, wurde ich wieder daran erinnert. Erst das Buch, dann der Film.

Bisher habe ich erst ein Kapitel gelesen, aber die ersten 28 Seiten waren vielversprechend. Ich bin wirklich gespannt, was Autor Saramago aus dieser Idee macht: In einer namenlosen Stadt erblinden nach und nach alle Menschen. Warum? Was passiert? Ich hoffe, es gibt keine blöde Alien-Invasions-Erklärung, ansonten bin ich für alles offen.

Fortsetzung folgt. Versprochen. :-)

Anja Strilek