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Die Süddeutsche redet nicht mit Berlinern

Mit Radio errreicht man immer die Richtigen. Vielleicht ja auch mit Bücherknabbern? Auf dem herkömmlichen Weg – nämlich über das Kundencenter – erreicht man die Süddeutsche Zeitung jedenfalls nicht.

Nicht nur auf ihrer Internetseite, sondern auch auf der Straße wirbt die Süddeutsche Zeitung großspurig mit ihrem „14 Tage kostenlos lesen“ – Abo. Blöd nur, wenn dann jemand wirklich dieses Angebot annimmt und dreisterweise 12 kostenlose Zeitungen haben will.

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Blindauditions für Bücher

Heute möchten wir euch eine interessante Seite vorstellen: blindbuch.de.

Das Buch ist langweilig, weil die Schwägerin von der Freundin der Arbeitskollegin mal erzählte, dass der Autor scheiße sei.

Dieses Buch hier ist bestimmt genauso blöd, wie seine Umschlagsgestaltung.

Nach dem Titel nach, ist das hier auch nur wieder so ein schnulziger Frauenroman.

Was aber, wenn es ein spannender Abenteuerroman wäre?

Blindbuch funktioniert wie The Voice – kein Name, keine Vorstellung vom Buchcover, einfach nur eine Textpassage.  Am Ende des Lesens kann man sich dann Autor und Titel „aufdecken“ lassen. Zusätzlich gibt es noch Informationen zum Kauf des Buches. Damit man nicht komplett im trüben fischt, kann sich die/der Leser_in ihr/sein Lieblingsgenre anzeigen lassen: Märchen, Mystery, Krimi, Romantik, Biografie u.v.m.

Wenn ihr neue Anregungen braucht, dann schaut doch mal bei Blindbuch vorbei.

(F)

Miau Mio – Edgar Allan Poe „Die schwarze Katze“ (The Black Cat)

This latter [the cat] was a remarkably large and beautiful animal, entirely black, and sagaciuos to an astonishing degree. In speaking of his intelligence, my wife, who at heart was not a little tinctured with superstition, made frequent allusion to the ancient popular notion, which regarded all black cats as witches in disguise.

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Gefühlt in jedem dritten Buch, das ich lese, sterben Katzen. Sie werden getötet, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort sind, das falsche Herrchen oder Frauchen haben oder weil es in den Ablauf der Geschichte passt.  Grausam.

Ich erinnere mich an die Geschichte mit den Streichhölzern aus dem Struwelpeter. Glücklicherweise haben hier die Katzen überlebt.
Ganz so viel Glück hat Pluto, die Katze aus Poes Erzählung nicht. Erst wird ihr ein Auge ausgestochen und dann hängt sie an einem Baum.

Es muss in der 7. oder 8. Klasse gewesen sein, als ich die Kurzgeschichten von Poe das erste Mal las. Viel (viel….) Wasser floss den Fluss hinab und ich wollte mal wieder  einige Geschichten von ihm lesen. Ich nahm Selected Tales (Penguin Popular Classics) in die Hand, blätterte das Inhaltsverzeichnis durch, machte bei manchen Titeln „Ach ja“, „Hm“, „Oh“ und stieß letztendlich auf die Katzengeschichte. Es  war, als hätte ich sie erst gestern gelesen.  Ich bin gespannt, ob und bei welchen Geschichten mir das noch passieren wird.

(F)

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Stirb von Hanna Winter

Lara Simons entkommt knapp einem Serienvergewaltiger. Am Tag darauf wird ihr Café verwüstet und an die Wände eine Drohung geschrieben: Ich krieg dich Schlampe! Die Berliner Polizei bringt sie in einem Zeugenschutzprogramm unter und Lara zieht unter neuem Namen nach Lohme auf Rügen.

Das ist kurz und knapp die Geschichte der ersten 40 Seiten. Das Buch hat ein paar mehr davon und der geneigte Leser kann sich denken, dass da noch einiges auf ihn zu kommt.

Wie bei „Spur der Kinder“ schafft es Hanna Winter gekonnt alles und jeden verdächtig zu machen ohne das es all zu platt wirkt. Im Gegensatz zu ihrem Erstlingswerk wirkt das Ende von „Stirb“ ein wenig zu konstruiert.
Trotzdem erwartet den Leser solide Blockbusterbuchstimmung, die Zugfahrten oder lange Abende verkürzt.

(F)

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„Sterblich“ von Thomas Enger

Eine junge Filmstudentin wird in einem Zelt im Wald ausgepeitscht und zu Tode gesteinigt aufgefunden. Der Täter scheint schnell gefunden. Immerhin versucht er seinen Laptop zu verbrennen und flüchtet vor der Polizei. Aber war es wirklich Henriettes Freund, ein eingewanderter Pakistani?

Nach 40 Seiten fand ich das Buch wenig prickelnd. Das Thema (Ehrenmord, Islamisten und sowas) reizt mich überhaupt nicht und diese Geheimnistuerei und das Drumherumgerede um den Schicksalsschlag des Protagonisten ging mir auf den Keks. Aber nach weiteren 20 bis 30 Seiten mochte ich, dass das Buch im Präsens geschrieben war, mochte ich, dass der Fall aus der Sicht eines Journalisten geschildert wurde und vor allem, die Gründe für die Steinigung schienen ganz anderer und komplexerer Natur  als eine Bestrafung aus der Scharia.
Mittlerweile bin ich im letzten Drittel des Buches angekommen und ganz scharf darauf, wie es weiter geht.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte ich mich doch noch mit dem ersten Thriller von Enger anfreunden.

(F)

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