Loïc Wacquant „Leben für den Ring – Boxen im amerikanischen Ghetto“

Der Boxsport spielt in Loïc Wacquants Doktorarbeit, die sich mit den Strukturen des amerikanischen Ghettos beschäftigt, eine wichtige Rolle. Wacquant wurde 1960 in Frankreich geboren und arbeitet zur Zeit als Professor für Soziologie an der University of California in Berkeley.
1988 trat er in den Woodlawn Boys Club ein. Dieser befand sich in einem Teil Chicagos, der hauptsächlich von Afroamerikanern bewohnt wird. Im gym – der Boxhalle – war er der einzige Weiße. Drei Jahre lang trainierte er wöchentlich zwischen drei- und sechsmal und überlegte zwischenzeitlich seine Akademikerkarriere für den Boxsport aufzugeben. Was war für ihn so faszinierend am Boxen? Steckt womöglich mehr dahinter als bloße körperliche, athletische Aspekte, Kampf und Gewalt? 

Wacquant ist in der gym ein beobachtender Teilnehmer. Über 2000 Notizblätter fertigte er in seiner Zeit im Woodlawn Club an. Er beschreibt in dem Buch die Funktion des gym im Ghetto, die Menschen, die von der Boxkarriere träumen, die Boxkultur und seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse beim Training und bei seinem ersten großen Kampf um die Meisterschaft in Illinois. 

Auch für Menschen, die mit Boxen gar nichts am Hut haben (so wie ich), ist das Buch interessant und vor allem einfach zu lesen. Boxbegriffe werden erklärt und soziologische Vorkenntnisse sind auch nicht unbedingt nötig. Wacquant bietet aber einen neuen Blick auf die von Vorurteilen begleitete Boxkultur, die nach der Lektüre so nicht mehr aufrechterhalten werden können.

(F)

 

 

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Extremely Loud & Incredibly Close – Jonathan Safran Foer

DSC_0480-1Oskar, 9 Jahre alt, entdeckt im Schrank seines verstorbenen Vaters einen kleinen Briefumschlag mit einem Schlüssel darin. Auf dem Briefumschlag steht das Wort black. Daraufhin begiebt er sich auf die Suche nach dem passenden Schloss, um das Geheimnis zu lüften und seinem Vater näher zu sein. Er stattet dazu allen Blacks in New York einen Besuch ab und lernt dabei interessante und traurige Geschichten kennen.

 Das Buch war schnell durchgelesen, obwohl es zwischendurch ein paar Durchhänger gab. Ich wollte wissen, wie es weiter geht, aber irgendwie konnte ich nur ein Kapitel (mitunter recht lang, so um die 30 Seiten, klein bedruckt) am Stück lesen, weil der Inhalt so schwer war. So viel Schweigen, Leere und Dinge, die nie getan worden sind oder werden.
Nach 2/3 fand ich, die Geschichte könnte jetzt mal zu Ende sein, aber die letzten drei Kapitel haben sich dann doch in einem Zug weggelesen.

Die Geschichte ist in der Ich – Form aus Sicht von Oskar geschrieben, dadurch gibt es einige amüsante Stellen. Gleichzeitig war es eines der traurigsten Bücher, die ich je gelesen habe. Trotzdem hat es mich selber nicht sehr traurig gemacht. Klingt komisch. Ist aber so. Vielleicht hat jemand auch schon mal sowas erlebt?

(F)

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Suzanne Collins „The Hunger Games“ (Die Tribute von Panem)

Irgendwann in ferner (oder naher) Zukunft befindet sich auf dem Kontinent Nordamerika ein Staat namens Panem, bestehend aus 12 Bezirken (ehemals 13, aber einer wurde wegen eines Aufstandes zerstört). Als Mahnung an die niedergeschlagene Revolution der Bezirke veranstaltet the Capitol (Bezirk 1) jedes Jahr die Hunger Games. Teilnehmer sind aus jedem Bezirk 2 Tribute – eins männlich, eins weiblich – zwischen 12 und 18 Jahren. In der eigens jedes Jahr neu und anders erbauten Arena kämpfen die Jugendlichen gegeneinander und dem letzten Überlebenden winkt Ruhm und Reichtum.

„Katniss, it’s just hunting. You’re the best hunter I know,“ says Gale.
„It’s not just hunting. They’re armed. They think,“ I say.
„So do you. And you’ve had more practice. Real practice,“ he says. „You know how to kill.“
„Not people,“ I say.
„How different can it be, really?“ says Gale grimly.
The awful thing is that if I can forget they’re people, it will be no different at all.

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Final Cut von Veit Etzold – ausgelesen

Denn, wo die anderen nur Schatten sind, da bin ich die Nacht.
Wo die anderen Mörder sind, da bin ich der Tod.
Ich bin der Sensemann.
Ich bin der Untergang.
Ich bin der Namenlose.

Geschichten, die in Berlin spielen, scheinen gerade so in zu sein wie die Stadt unter Touristen. Beim Stöbern in Buchläden kann man so einige Thriller und Krimis entdecken. Final Cut reiht sich in diese Kategorie ein.

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Final Cut von Veit Etzold – Erster Teil

DSC_0465 Ich fahre gerade die Schiene „Blockbuster“ – Bücher (wie ich sie liebevoll nenne). Nichts mit Jules Verne oder englischen Klassikern. Nein, nur ein reißerisches, einfach geschriebenes Buch.

Auf Final Cut bin ich zufällig beim Zeit totschlagen in der Buchhandlung aufmerksam geworden.  Auf dem Klappentext heißt es:

„Er wird dich suchen. Er wird dich finden. Er wird dich töten. Du hast 438 Freunde auf Facebook. Und keiner wird etws merken.“

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