Archiv der Kategorie: Skandinavische Krimis

„Sterblich“ von Thomas Enger

Eine junge Filmstudentin wird in einem Zelt im Wald ausgepeitscht und zu Tode gesteinigt aufgefunden. Der Täter scheint schnell gefunden. Immerhin versucht er seinen Laptop zu verbrennen und flüchtet vor der Polizei. Aber war es wirklich Henriettes Freund, ein eingewanderter Pakistani?

Nach 40 Seiten fand ich das Buch wenig prickelnd. Das Thema (Ehrenmord, Islamisten und sowas) reizt mich überhaupt nicht und diese Geheimnistuerei und das Drumherumgerede um den Schicksalsschlag des Protagonisten ging mir auf den Keks. Aber nach weiteren 20 bis 30 Seiten mochte ich, dass das Buch im Präsens geschrieben war, mochte ich, dass der Fall aus der Sicht eines Journalisten geschildert wurde und vor allem, die Gründe für die Steinigung schienen ganz anderer und komplexerer Natur  als eine Bestrafung aus der Scharia.
Mittlerweile bin ich im letzten Drittel des Buches angekommen und ganz scharf darauf, wie es weiter geht.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte ich mich doch noch mit dem ersten Thriller von Enger anfreunden.

(F)

Getaggt mit ,

Der Chinese von Henning Mankell

Es gibt Bücher, die liest man und vergisst sie. Dann gibt es Bücher, deren Geschichte oder Handlung man auch noch nach Monaten kennt und dann gibt es eben jene Bücher, die einen tieferen Eindruck hinterlassen. Bei denen man noch nach langer, langer Zeit weiß, wie es sich angefühlt hat, sie zu lesen. In meiner Liste gibt es davon drei.

„Der Chinese“ darf sich ab sofort ebenfalls in diese elitäre Liste einreihen.

Weiterlesen

Getaggt mit

Die spannendsten Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien – diverse Autoren

In diesem Buch voller krimineller Kurzgeschichten vereinen sich unter anderem Henning Mankell, Leena Lehtolainen, Unni Lindell, Anna Jansson, Ake Ewardson, Jorn Riel, Per Helge Sorensen, Arne Dahl, Leif Davidsen, Viktor Arnar Ingolfson sowie Jostein Gaarder. Wer glaubt, in diesen Geschichten geht es nur um Mord und Totschlag, der liegt falsch. Die Palette der möglichen Verbrechen ist breit und manchmal liegt es in der Phantasie des Lesers zu entschieden, ob man von einem reden kann. Die Untatenvielfalt reicht vom gestohlenen Weihnachtsbaum über den  Bankraub bis hin zu dem fehlgeschlagenen Supermarktüberfall mit Geiselnahme in Mankells „Der Mann mit der Maske“. Diese Kurzgeschichte erschien schon in Mankells Buch „Wallanders erster Fall“.

Das Buch eignet sich hervorragend zum Stöbern zwischendurch. Die Geschichten sind spannend (der Titel hällt also Wort) und lesen sich so weg. Kaufempfehlung für Leute mit wenig Zeit, die auf kruzweilige Lesevergnügen stehen.

Öland von Johan Theorin

Johan Theorin, ÖlandEin stilles,  geradliniges Buch, was ohne Effekthascherei von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist.

Öland während des Zweiten Weltkriegs: Nils Kant wurde von den anderen Dorfbewohnern nie gemocht. „Das mit seinem Bruder war kein Unfall.“, tuscheln sie. Als Nils zwanzig ist, erschießt er in der Alvar, seiner Alvar, zwei deutsche Kriegsflüchtlinge und nimmt deren Kriegsbeute an sich. Danach muss er selber fliehen und kehrt fünfzehn Jahre später im Sarg nach Öland zurück. Aber die Dorfbewohner sagen, dass Nils Kant noch lebt…

Öland Ende der 70er: Der fünfjährige Jens verschwindet spurlos. Zwanzig Jahre später erhält sein Großvater eine Sandale von dem Jungen mit der Post…

Håkan Nesser „Aus Dr. Klimkes Perspektive“

https://i1.wp.com/ekimo.ek.funpic.de/Dr.%20Klimke_tb2008.jpg

In diesem Buch vereinen sich sechs teuflische und zum Nachdenken anregende Geschichten, die geradezu perfekt zum Lesen sind, wenn man keine Zeit für ein ganzes Buch hat.

Da sind unter anderem der Lehrer, der eine tote Schülerin benoten soll; der Schriftsteller, der in Venedig in die Selbstmordpläne eines amerikanisches Ehepaares hineingezogen wird; das kleine Mädchen, welches seine Mutter verschwinden lassen möchte und der Mann, der einen Brief von einer längst tot geglaubten Frau bekommt.