Final Cut von Veit Etzold – ausgelesen

Denn, wo die anderen nur Schatten sind, da bin ich die Nacht.
Wo die anderen Mörder sind, da bin ich der Tod.
Ich bin der Sensemann.
Ich bin der Untergang.
Ich bin der Namenlose.

Geschichten, die in Berlin spielen, scheinen gerade so in zu sein wie die Stadt unter Touristen. Beim Stöbern in Buchläden kann man so einige Thriller und Krimis entdecken. Final Cut reiht sich in diese Kategorie ein.

Während ich die ersten 50 Seiten ein wenig „entsetzt“ über die Perversitäten der Medienlandschaft war und durchaus ähnliche Visionen für die kommenden Jahre entwickelte, kann ich zu den nächsten 390 Seiten nur sagen: „much, too much, too much, too much, too much“. Das kann natürlich einerseits dazu führen, dass man schockiert abbricht und für einen Moment ins Leere starrt. Bei dem Buch denke ich aber eher an die Formulierung „Bitch please!“ Ich habe sogar aufgehört zu zählen, wie oft Fäulnis, aufgeblähte Leichen und Verwesungsgestank als Vergleiche für irgendwelche Banalitäten herhalten mussten. Aber weiter zur Story….

Unsere Hobbyprofiler… äh… Profiermittler vom LKA sind schwer am Tüfteln und trotzdem eilen sie dem Täter nur hinterher. Hotch & Co von Criminal Minds wäre das nicht passiert. Ich sag ja bloß.
Unsere LKA – Kommissare fragen sich noch nicht einmal, was der Typ beruflich macht. Bei seinen umfangreichen miesen, fiesen Machenschaften hat er nämlich gar keine Zeit arbeiten zu gehen. Trotzdem hat und braucht er viel Kohle für sein Equipment. Der Leser weiß, woher der Namenlose sein Geld bekommt. Den Ermittlern ist das unwichtig. Oder sie haben auch das Buch gelesen…
Während man nun über Verwesungsgase produzierendes Internetverhalten junger Menschen philosophiert, Whisky trinkt und über den abgrundtief bösen Täter rätselt, bahnt sich ein Ende an (Damit meine ich nicht das Ende Ende. Das ist natürlich von vornherein wieder bekannt…), das unfassbarer gar nicht hätte sein können. Ich wollte das Buch durch die Gegend schmeißen, ich habe das Lesen immer wieder aufgrund zu heftigen Kopfschüttelns unterbrechen müssen, ich habe mich fremdgeschämt für die fäulnisgleiche Dummheit der Kommissarin. Doch es hat alles nichts genutzt. Sie zog ihr Ding durch.

Ja, ich weiß, ich wollte etwas reißerisches, kurzweiliges und popcornkinomäßiges lesen. Aber dann kommt da so eine aufgeblähte Wasserleiche.

(F)

P.s.: Etwas Positives gibt es aber zu berichten. Die Katze ist nicht gestorben.

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