Bernhard Aichner „Für immer tot“

Das Thema lebendig begraben zu sein, ist wahrlich kein neues. Jedoch geht es diesmal nicht darum, zu zeigen, wie der oder die Verbuddelte im Kistchen schmort, sondern um die Suche an der Oberfläche, die Bemühungen der Angehörigen, was sie denken, was die Verbuddelte denkt etc.  Außerdem steht die Frage im Raum, wie weit unsere Protagonisten gehen würden, um den geliebten Menschen zu retten.

Kein Halt mehr. Kaputtes Leben. Er steht vor ihm. Aus dem Nichts ist er gekommen, hat die Stille unterbrochen, sie wieder zuück in die Schlacht geworfen, hat die Geräusche der Kanonenkugeln in den Würstlstand gebracht. Baroni und Max. Auf der Bank, gelassen. Egal was passieren wird. Sie warten ab, tun nichts.

Max Broll, Friedhofswärter in einem Dorf in Österreich, findet in seinem Haus ein Seniorenhandy. Eine der eingespeicherten Nummern verbindet ihn mit seiner Stiefmutter, einer Polizistin, die dummerweise von Leopold Wagner, den sie einst hinter Gittern brachte, vergraben wurde. Max und sein Freund Baroni setzen sofort alle Hebel in Bewegung, um sie zu finden und zu befreien. Dabei wird ihr Tatendrang immer wieder von Phasen der Hoffnungslosigkeit und Stagnation durchbrochen. Aber ist Wagner wirklich der Täter?

Es gib Bücher, die kann man beim Lesen nicht einfach schnell überfliegen. Komplizierter Satzbau, unübliche Wortwahl oder komplexer Inhalt verhindern dies. „Für immer tot“ dagegen liest sich in einem Zug (im wahrsten Sinne des Wortes). Der Satzbau ist denkbar einfach, die Dialoge übersichtlich untereinander geschrieben ohne überflüssige Wort wie sagte, fragte etc. So flutscht die Story so dahin und wirkt am Ende etwas konstruiert, hat aber ein- / zweimal durchaus überraschende Momente.

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Haymon Verlag zur Verfügung gestellt.

(F)

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Ein Gedanke zu „Bernhard Aichner „Für immer tot“

  1. Kassiopaia sagt:

    Da muss ich gleich wieder an die CSI Folge denken, wo Nick verbuddelt wurde. Da konnte man ja auch die Reaktionen von ihm UND den Suchenden beobachten. Das war äußerst spannend.
    Wenn das Buch genauso ist, dann kann ich gut verstehen, dass man es in einem Rutsch durchliest.

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