Der Chinese von Henning Mankell

Es gibt Bücher, die liest man und vergisst sie. Dann gibt es Bücher, deren Geschichte oder Handlung man auch noch nach Monaten kennt und dann gibt es eben jene Bücher, die einen tieferen Eindruck hinterlassen. Bei denen man noch nach langer, langer Zeit weiß, wie es sich angefühlt hat, sie zu lesen. In meiner Liste gibt es davon drei.

„Der Chinese“ darf sich ab sofort ebenfalls in diese elitäre Liste einreihen.

Betitelt ist der Roman mit Krimi. Aber es ist mit nichten ein klassischer Krimi. Es geht nicht um die Polizeiarbeit, die wird höchstens am Rande mal erwähnt. Eigentlich geht es um eine Familiengeschichte, um Rache und um den einen Punkt im Leben eines Menschen, den man irgendwann im Alter erreicht und sich fragt, was man denn bisher geschaffen hat.

Die Geschichte ist gespickt von alten Leuten, was jetzt keineswegs negativ klingen soll, aber am Anfang war es doch etwas irritierend.  Die Geschichte ist von Anfang an fesselnd und kommt keinesfalls konstruiert oder total an den Haaren herbeigezogen rüber. Doch ich habe nie das Gefühl verloren, dass die geschilderte Realität unwirklich und kalt ist. Es scheint, als befände man sich in einem Traum. Dies liegt zum größten Teil daran, dass auch die Protagonisten das Geschehene nicht ganz fassen können, dass die Richterin nicht unterscheiden mag, wer Freund und Feind, was real ist und  wo ihre Fantasie mit ihr durchgeht.

Eine Geschichte, die ohne reißerische Elemente und Action auskommt und trotzdem bewegend (genannt sei hier der Mittelteil) und spannend ist.

(F)

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