Die Reise zum Horizont – Jürg Amann

Anja hatte ja bereits die wahre Geschichte des Flugzeugabsturzes einer Rugbymannschaft über den Anden gelesen. Ich wollte es mir auch immer mal vornehmen. Doch nun bekam ich die Gelegenheit eine Novelle zum gleichen Thema, als Leseprobe gesendet vom Haymon Verlag, zu lesen.

Das Buch ist eher ein Büchlein, also schnell verschlungen. Und es ist wirklich sehr verschlingenswert.

Berichtet wird aus der sicht eines namenlosen Überlebenden.

Die Erzählweise ist ziemlich nüchtern. Weder großartige Gefühlsausbrüche, noch pathetiche Sätze sind zu lesen. Es werden nur klare Fakten geschildert. Es gibt Tote, es ist kalt, Schnee überall und es gibt nichts mehr zu essen. Außer den Toten…
Und dennoch ist es so emotional und mitreißend. Vor dem geistigen Auge des Lesers sind die Schneemassen zu sehen, die Kälte zu fühlen. Man stellt sich selbst die Frage: Wie würde ich mich in der Situation verhalten? Welche Hoffnung hätte ich? Würde ich Menschen essen?

Der moralische Aspekt lässt den Leser so allein zurück wie die letzten Überlebenden. Man ist mit den eigenen Gedanken beschäftigt und trotzdem ganz bei der Geschichte.

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4 Gedanken zu „Die Reise zum Horizont – Jürg Amann

  1. Anj sagt:

    War dann der Autor – Jürg Amann – auch einer der Überlebenden? Kann mich an seinen Namen gar nicht erinnern.
    Das Buch wäre echt auch was für mich; ich finde die Geschichte nach wie vor unglaublich und faszinierend. wenn es menschliche Wunder gibt, dann ist deifnitiv das für mich eins. Allerdings habe ich Probleme damit, ein buch zu lesne, in dem alles eher gefühlskalt beschrieben wird. Ich möchte eigentlich immer gern wissen, wie es in den ProtagonistInnen aussieht.
    Aber da es sich nur um ein „Büchlein“ handelt, wie du sagst, würde ich es doch echt gern mal lesen.

  2. Kassiopaia sagt:

    Nee, der Jürg ist nur Autor und keiner der beim Absturz dabei war.
    Aber gefühlskalt ist das Buch ja gar nicht. Wirklich nicht, ich habe trotz der nüchternen Betrachtung sehr mitgefiebert. Es ist echt schwer zu beschreiben, am besten, du liest es wirklich selbst.

  3. Anj sagt:

    Okay, dasklingt gut. Halt es mir mal zurück :-)

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