Jim Grimsley – Dreamboy (1)

Nathan wartet an seinem Fenster, in einer Falte des Vorhangs verborgen. Der kräftige gelbe Streifen Licht aus Roys Zimmer ergießt sich über die Hecke, und Roys Schatten bewegt sich mal hierin, mal dorthin, es gibt eine lange, aufreizende Pause, dann stellt sich auch Roy ans Fenster. Er leuchtet in dem warmen Rechteck aus Glas. Schließlich winkt er Nathan zu und verschwindet.

Nathan bleibt noch etwas am Fenster stehen, außer Atem und benommen, und die Erinnerung an den Abend hüllt ihn in Geborgenheit.

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Nachdem ich die gleichnamige Verfilmung von Regisseur James Bolton gesehen hatte, war mir klar, dass ich unbedingt die Buchvorlage lesen musste, um herauszufinden, wie das wirklich war. Ein bisschen erstaunt und enttäuscht stelle ich fest: Der Film schafft es unglaublicherweise, die Stimmung des Buchs 1:1 umzusetzen. Eigentlich eine Glanzleistung… wenn ich nicht bei beiden – Buch und Film – über eine gewisse Herangehensweise stolpern würde.

Die Geschichte um die ganz besondere Beziehung zwischen den beiden Teenagerjungs Nathan und Roy verspricht viel Poesie, geheimnisvollen Zauber und Sensibilität. Zwar habe ich erst das erste Drittel des Buches hinter mir, kann aber trotzdem sagen, dass mir die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden zu schnell und irgendwie zu plump geschildert vorkommt. Identifikation mit den beiden Protagonisten und Mitfühlen gelingt dadurch nur schwerlich. Beeindruckend ist wiederum die stetig aufgeladene Stimmung, die mich sowohl als Zuschauerin als auch als Leserin nicht kalt lässt. Autor Jim Grimsley, der für dieses Werk den ALA Gay-Lesbian-Bisexual-Book Award verliehen bekam, schreibt in einem ganz eigentümlichen Stil, den ich noch nicht bewerten mag. Dafür gebe ich den nächsten Seite bis zum Ende hin noch Zeit.

Stand: S. 40


					
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