Dennis Lehane „Shutter Island“ (1)

shutterisland…In dem Moment flog ein kompletter Baum kopfüber an der Tür vorbei, die Wurzeln ragten in die Luft wie Hörner.

– „Hast du das gesehen?“
– „Ja. Der wacht irgendwann mitten im Meer auf und sagt: Moment, hier stimmt was nicht.“
– „Ich war doch eben noch da hinten auf der Insel.“
– „Jahrelang hab ich mich abgemüht, bis der Hügel so aussah, wie ich ihn haben wollte.“
Leise lachten sie vor sich hin und schauten wie im Fiebertraum der wütenden Insel zu.

Fügung
Nachdem ich begeistert den Trailer gesehen hatte und danach feststellte, dass ich mich noch bis Oktober würde gedulden müssen, bis der Film endlich im Kino zu sehen ist, war ich schon ein wenig frustriert. Gut, dass da ein eifriger Twitterer seiner Tweetgemeinde zeitgleich von seinen Urlaubsbüchern erzählte und ich erfuhr, dass „Shutter Island“ auch gedruckt und gebunden existiert.

Da musste ich dieses Buch haben. Und zwar sofort. Keine Ahnung, was mich so dazu antrieb, vier Kaufhäuser in verschiedenen Stadtteilen abzuklappern, obwohl ich doch eigentlich nur mal kurz meinen Grundnahrungsmittelbedarf shoppen wollte. Bestellen kam nicht in Frage, denn dann hätte ich ja noch einen Tag warten müssen.

Das Schicksal hat uns zusammengeführt und es gut mit uns gemeint. Endlich mal wieder ein Buch, das mich von der ersten Seite an an sich bindet und nicht mehr loslässt. Auch wenn der nervenkitzlige Fingernägel-ins-Cover-bohr-Faktor noch nicht eingetreten ist, fühle ich mich doch bestens unterhalten. Seite 138: Die Spannung steigt langsam – aber sie steigt!

Worum geht’s?
US-Marshall Teddy Daniels (dem es übrigens „nie leicht gefallen“ ist, „charmant zu sein„, denn „Charme war der Luxus derer, die an die grundsätzliche Richtigkeit der Dinge glaubten. An Makellosigkeit und Gartenzäune.„) und sein Kollege Chuck Aule sind auf dem Weg nach Shutter Island, eine kleine Insel, auf der das Ashcliffe Hospital psychisch kranke Straftäter beherbergt und behandelt. Obwohl die Einrichtung einer Festung gleicht, hat es eine Patientin geschafft zu fliehen – und ist seitdem unauffindbar. Als ein Sturm die Inselbewohner für mehrere Tage komplett von der Außenwelt abschneidet und Chuck herausfindet, dass sein Chef nicht durch Zufall auf diese Insel beordert wurde, versinkt „Shutter Island“ langsam im Chaos…

Anja Strilek
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4 Gedanken zu „Dennis Lehane „Shutter Island“ (1)

  1. F sagt:

    finde den dialog den du anfangs zitiert hast sehr suspekt. vielleicht würde cih mit dir den film schauen.

  2. Anj sagt:

    Warum denn suspekt? ^^

    Ich werde mir den Film ganz bestimmt in der Vorpremiere im Original anschauen. Würd mich natürlich freuen, wenn du dabei wärst :-)

  3. kinderdok sagt:

    ein absoluter hit in den englischsprachigen ländern. lehane gilt als wunderkind. von ihm ist übrigens auch mystic river – geniales buch, noch genialerererr film von clint eastwood mit sean penn.
    kennst du die „empfehlungsbücher“ von nick hornby? er hatte eine kolumne in england, in der er bücher besprochen hat, die er las – lehane ist einer seiner favoriten.

    nb netter blog, ich komme wieder

  4. Anj sagt:

    Kinderdok: Danke fürs Blogkompliment :-)
    Von Lehane werde ich zukünftig sicher noch mehr lesen, „Shutter Island“ hat mich neugierig auf mehr gemacht.

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