Narziß und Goldmund – Hermann Hesse

Dieses kleine, betagte Büchlein stand lange ungeachtet ganz hinten in meinem Bücherschrank. In Ermangelung an frischem Material griff ich also zu diesem Klassiker. Und es war gar nicht schlimm.

„Narziß und Goldmund“ behandelt die Freundschaft und Gegensätzlichkeit der beiden Titelhelden. Die beiden lernen sich zu Beginn der Geschichte in einem Kloster kennen. Dort ist Narziß Novize und wegen seiner Klugheit schon junger Lehrer und Goldmund kommt auf Wunsch des Vaters in das Kloster. Am Anfang dachte ich, dass die beiden da eine unkeusche Beziehung eingehen würden. So voll Liebe und Zärtlichkeit waren ihre Gespräche und Goldmund verehrte Narziß aufs Äußerste. Er wollte genauso klug und gelehrt werden wie er.

Allerdings lernt er dann außerhalb des Klosters in einer Nacht- und Nebelaktion ein Mädchen kennen und schon sind seine Sinne verknotet. Nur bei Männern zu leben, das kann er nicht mehr. So geht Goldmund also auf Wanderschaft, liebt jede Frau, die bei Drei nicht auf einem Baum ist (und das ist nicht untertrieben!) und gibt sich der Sinnlichkeit und Kunst hin. Jahrelang ist er auf Wanderschaft, doch vergisst er Narziß dabei nie. Irgendwann, als älterer Mann kehrt er auch wieder zu ihm zurück.

Wie man sich vielleicht denken kann, ist es eine Geschichte um Gegensätze. So verschieden die beiden Protagonisten sind, so sehr brauchen sie doch einander und die Sichtweisen des anderen.

Es hat mich sehr an den Deutschunterricht erinnert und ich wollte ständig irgendwelche Analysen und Interpretationen schreiben. Das liegt wahrscheinlich an der Handlung und den vielen Gesprächen über den Sinn von Geist und Kunst. Am Ende vielleicht ein bisschen zu viel Gespräch, doch insgesamt gut. Also keine Angst vor Klassikern!

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7 Gedanken zu „Narziß und Goldmund – Hermann Hesse

  1. Anika sagt:

    klingt echt toll. vielleicht darf ich mir das ja bei gelegenheit mal ausleihen? :)
    der titel ist übrigens ein totaler zungenschmeichler, finde ich. narziss und goldmund…hm. schmeckt nach sonne :)

  2. Kassiopaia sagt:

    Es schmeckt auch ein bsschen nach Mittelalter, denn in der Zeit spielt es. Doch die Sonne scheint da auch. ;)
    Du darfst es dir gerne ausleihen. Ich lese jetzt ja dein geliehenes und mir geht es wie dir- ich mag es eigentlich gar nicht mehr weglegen.

  3. F sagt:

    Nee, könnte ich nicht zur Hand nehmen. Zu sehr scheint mir Frau Z’s falsches Lächeln entgegen.

  4. Frank sagt:

    Von Hesse sind doch sowieso fast alle lesenswert. Ich fands jedenfalls auch gut.

  5. F sagt:

    Unterm Rad fand ich nicht schlecht.

  6. Richard Synn sagt:

    Gehört für mich auch zu den lesenswerten Büchern. Und es stimmt schon, die ganze Symbolik der Gegensätze verleitet einen irgendwie dazu, das Analysegerät anzuschmeißen (aber ich kann mich dann doch noch zügeln^^).
    Dennoch eine gute Geschichte über wahre Freundschaft, wie ich finde.

  7. Paramantus sagt:

    Das ist eigentlich immer noch eins meiner Lieblingsbücher! :-)

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