Ich bin dann mal weg- ich auch

Zwei (1, 2) von uns haben es schon gelesen und ich bin jetzt auch damit fertig geworden. Leider, denn wie Ani hätte ich mir gewünscht, dass es noch eine Weile länger geht. Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ ist wirklich toll! Es ist so amüsant und aufrichtig geschrieben und seine Freundinnen Anne und Sheelagh sind mir wie ihm ans Herz gewachsen.

Außerdem konnte ich ihn sehr sehr gut verstehen, wenn er keinen Sinn für die Landschaft drumherum hatte und sich einfach nur voranschleppte. Oder wenn er total geschafft und eigentlich völlig kaputt in seinem Hotelzimmer lag und dennoch sehr glücklich und zufrieden war. Ich habe zwar nicht den Jakobsweg beschritten, bin aber letztes Jahr mit dem Rad an der Südküste Spaniens 500 km entlang geradelt. Ich bin leider auch so eine Couchpotato, weswegen mir Berganstiege genauso Schwierigkeiten bereiteten. Da kann die Landschaft noch so schön sein, das ist scheißegal, weil man einfach nur noch ans Ziel kommen will. Und das heil und ohne vom Laster erwischt zu werden. Ich habe das Buch aus diesem Grund wahrscheinlich auch anders gelesen, als meine beiden Bücherknabberfreundinnen, denn ich musste immer wieder an meinen „Urlaub“ denken und konnte Hape in allem nachfühlen. So saß ich also manchmal nickend oder schmunzeld da, wenn ich wieder an eine Stelle im Buch kam, die genauso schmerzhaft, anstrengend, toll beschrieben war wie ich sie auf dem Rad erlebt hatte und dachte nur so: Ach, schön, dass auch ein berühmter Mensch genauso fühlt wie du.

Genau wie Hape kann ich allerdings sagen, dass so ein Weg, egal wie beschwerlich er ist, einem eine ganze Menge gibt und man wirklich viel über sich selbst lernt. Und am Ende des Tages fühlt man sich dann sauwohl!

Erkenntnis des Tages:
Weiter! Nicht umdrehen!

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11 Gedanken zu „Ich bin dann mal weg- ich auch

  1. HevoB sagt:

    man jetzt lese ich es eben auch bäh!!!

  2. Patrick sagt:

    Seit 5 Jahren nehm ich mir nun vor diesen Weg zu gehen (ausgelöst hat es allerdings ein Buch eines anderen Autors, welches ich im Nachhinein ziemlich bescheuert finde) umso interessanter fand ich das Buch von Hape. Meiner Meinung nach grundehrlich und ohne großartige Bemühung oder Verstellung geschrieben und vielleicht deswegen so schön zu lesen. Ich finde es allerdings schade dass dem Buch hin und wieder die Schuld gegeben wird eine Lawine von „Pseudopilgern“ losgetreten zu haben, der Anstieg der Pilgermenge begann schon bevor Herr Kerkeling überhaupt den Weg beschritten hat.

  3. Kassiopaia sagt:

    Das ist in der Tat fies, dass man ihm das jetzt vorwirft. Hatte er nicht sogar selbst geschrieben, dass andere Autoren viele „Nachmacher“ auf diese Idee gebracht haben und nicht er? Ich habe auf dem Weg nach Spanien am Flughafen auch einen getroffen, der den Weg pilgern wollte. Allerdings auch nicht wegen Hape, sondern wirklich aus Überzeugung. Soll’s ja auch geben. ;)

  4. hevob sagt:

    es gibt generell einen signifikanten anstieg von spiritualität und die suche danach…

    ahja das buch ist wirklich gut, auch wenn er meines erachtens vieles übertrieben hat

  5. HevoB sagt:

    Wie er sein beinahe – Tod in diesem spanischen hotel beschreibt. Oder wie er dazu kommt dass Schnabbel vom literarischen Quartett ausgerechnet zu ihm überschwenken will (wobei dies vielleicht die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Arroganz beschreibt).

    Auch die Geschichte mit dem Hahn scheint mir recht zweifelhaft. Es sind da schon eine Menge Zufälle die aufeinander treffen und dies wirkt leider zeitweise zumindest naja übertrieben.

  6. Kassiopaia sagt:

    Ja, das stimmt. Das habe ich mich auch beim Lesen gefragt, ob das wirklich alles so passiert ist. Oder hat er seine Geschichte vleicht doch ein wenig aufgepeppt? Hm. Naja, aber ich glaub ihm das jetzt einfach mal.

  7. HevoB sagt:

    Ich denke es liegt in allem schon ne Menge Warheit. Aber die Geschichte mit den spanischen Jugendlichen die ihn erschießen wollten, könnte man auch wiefolgt beschreiben:
    „Während mich die Erschöpfung machtvoll Richtung Traumland trieb, unterhielten sich Spanier unter dem Fenster“

  8. Kassiopaia sagt:

    *g* Jaja, wir könnten uns jetzt auch in den Deutschunterricht setzen und die Bilder, die er beschreibt mal interpretieren. Dann sind es eventuell teilweise doch nur Metaphern, um zu erklären wie erschöpft, erfürchtig, fasziniert er ist.

  9. HevoB sagt:

    …könnten wir… … ja

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