William Golding „Herr der Fliegen“

Ein leises Winseln kam aus dem Dunkel, und sie erstarrten und klammerten sich aneinander. Da wurde das Winseln lauter, fremd und wie nicht von dieser Erde und ging in unverständliches Geplapper über. Percival Wemys Madison, Pfarrhaus, Harcourt St. Anthony, lag im hohen Gras und durchlebte Augenblicke, da er seine Adresse vergebens herbetete: die Beschwörungsformel hatte ihre beschützende Kraft verloren.

Als ich in der zehnten Klasse war, habe ich das Buch zum erstenmal gelesen. Privat. Ich fand es ziemlich spannend. Einige Jahre später, die ERinnerungen an das Buch sind mehr oder weniger verblasst, liest der paralelle Englischkurs „Lord of the Flys“ und findet das Buch ziemlich ätzend. F ist verwirrt, aber es soll noch mal ein paar Jahre dauern, bis F das Buch nocheinmal liest.

Auch beim erneuten Lesen finde ich das Buch toll. Ich stehe auf Abenteuerromane und finde es faszinierend, wenn langsam das Böse im Menschen erwacht. Eben war da noch das Paradies, die wunderschöne Insel im Ozean, fern von Rechten und Pflichten und langsam, ganz langsam geht alles den Bach runter. Der Konflikt schwillt unaufhaltsam an, bis er sich in der wohl schlimmsten Form entlädt.

 

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14 Gedanken zu „William Golding „Herr der Fliegen“

  1. Kassiopaia sagt:

    Ich fand das Buch damals gut. Das ist so böse und die Abgründe die sich unter den Jungs auftun sind so erschreckend. Eben weil es doch noch Jungs sind. Aber Kinder sind halt grausam.

  2. Anj sagt:

    Ich will es unbedingt lesen! Ich glaube, ich habe das Buch mal angefangen, ber vielleicht war ich da noch zu jung, um es durchzuhalten. (Kann mich leider nicht mehr erinnern, warum ich es nicht weitergelesen habe) Ich finde die Thematik auch total spannend und werde mir das Buch mal bei Gelegenheit zu Gemüte führen.

  3. Frank sagt:

    Ich fand es auch wirklich gut. Es ist irgendwie so authentisch und nicht übertrieben geschrieben. Da sollte man sich vielleicht fragen: wieviel davon steckt in einem selbst?

  4. Goldi sagt:

    Hab das Buch damals auch privat gelesen und fand es klasse. Als es dann auf dem Leseplan im Englisch-Kurs landete, gab es eine Wiederholung. Mittlerweile steht es in meinem Bücherregal und wurde schon mehrmals gelesen. Immer wieder faszinierend auf eine spannende und erschreckende Art und Weise.

  5. Anj sagt:

    Diskussionsbedarf!!!!

    Ich bin noch ganz am Anfang des Buches, also bitte nichts rumspoilern.

    Was mich ein wenig verwundert ist die Naivität der Kinder, als sie feststellen, dass sie auf dieser Insel festhängen und die Erwachsenen wohl alle tot sind. Ich würde dieses Tritratrullalla-Verhalten gern nachvollziehen, kann es aber nicht. Müssten nicht alle schrecklich verwirrt und ängstlich sein? Müsste man bei so einer Katastrophe nicht schockiert sein über das Geschehene, auch wenn man sonst so genervt von Erwachsenen ist? Ich finde den Anfang leider wenig überzeugend (auch wenn mich der weitere Handlungsverlauf total interessiert).

  6. F sagt:

    Oh, das ist mir überhaupt nicht in den Sinn gekommen, dass das Verhalten der Kinder am Anfang komisch ist. Krass. Aber du hast natürlich recht.

  7. Anj sagt:

    Das artet ja hier richtig in eine Debatte aus! ;-)

    Und ich dachte, ich übersehe vielleicht was… Vielleicht gibts da doch noch eine Perspektive, die einem das logischer macht. Muss mal die alten Kommentatoren dieses eintrags wieder herschicken ^^

  8. Kassiopaia sagt:

    Vielleicht hat das aber für die Geschichte auch gar keine Bedeutung. Wenn sie jetzt seitenlang den Eltern nachweinen, kommt man ja nie zur eigentlichen Handlung.
    Ich erinnere mich nur noch rudmentär, doch eigenlich hätten wir das nochmal alle zusammen lesen sollen. Dann würden hier die Fetzen fliegen. ;)

  9. Anj sagt:

    Es könnten ja mir zuliebe alle wenigstens mal den Anfang noch einmal lesen… ^^

    Naja, es geht ja auch gar nicht darum, dass die Kids die ganze Zeit rumheulen sollen. Aber wieso sind sie am Afang nicht geschockter, verwirrter, hilfloser, trauriger? Das ist natürlich nur eine kleine Seltsamkeit, die im Laufe des Buches verschwindet, weil man nicht mehr darüber nachdenkt. Aber am Anfang hat mich das schon erstmal stutzig gemacht.

  10. 1983: Sir William Gerald Golding (1911- 1993)…

    Der Brite William Golding war ein erfolgreicher britischer Schriftsteller, der es sich zur Hauptaufgabe machte, menschliche Zwänge und deren Auswirkungen auf das Handeln des Einzelnen zu untersuchen und in seinen Werken zu offenbaren.
    ……

  11. Anj sagt:

    Da bin ich wieder. :-)

    Hab das Buch vor einer ganzen Weile schon ausgelesen und muss sagen: Nä. das war nicht so meins. Ich fand es nicht schlecht, doof oder langweilig, aber so richtig gepackt hat mich nicht. Einzig die letzten 15-20 Seiten fand ich aufgrund der Jagd relativ ergreifend. Aber so wirklich mitfühlen konnte ich die ganze Zeit nicht. Ich ahbe irgendwie keinen zugang zu den Jungs bekommen und vieles liegt leider einfach zu weit außerhalb meiner Vorstellungskraft, als dass ich es es gut nachvollziehen können. Auch wenn ich die Realitätsnähe der Hnadlung in keiner Weise bezweifle, konnte ich sie mir schlecht vorstellen.
    Ich mochte die Gut-Böse-Zeichnung nicht und vielleicht ist es ja das, was mich davon abgehalten hat, die Handlung wirklich nachvollziehen zu können. Und sie dadurch packend zu finden.
    Schade. Für mich absolut kein Meisterwerk, aber wahrscheinlich verkenne ich als Kunstbanause und Hollywoodactionkracherfilmfan da den wahren Gehalt der Geschichte.

  12. Kassiopaia sagt:

    Ich habe gerade wunderschöne Illustrationen zu der Geschichte gefunden: http://sampaints.com/2009/10/lord-of-the-flies-2/

  13. ISRAA sagt:

    ich finde das buch einfach nur klasse

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