Hakan Nesser „Die Schatten und der Regen“

Das mögliche Wissen der Menschheit überschreitet die Summe des Wissens der einzelnen Menschen, der Lebenden wie der Toten, das ist dabei natürlich der Grundgedanke.

Dieses supertolle 2004 unter dem Originaltitel „Skuggorna och regnet“ erschienene Buch habe ich irgendwann letztes Jahr gelesen und jetzt im Schrank meine Aufzeichnungen dazu gefunden. Da die Erinnerung daran noch so lebendig ist, kann ich euch jetzt noch „nachträglich“ mit einer Rezension beglücken.

Worum gehts? Es geht um Kindheitserinnerungen, Wurzeln und Aufbruch.

Und worum geht es genau? Viktor Vinblad, der nervöse Persson, der zurückgebliebene Farin und Sara Salmodin gründen zufällig eine Wohngemeinschaft auf dem Hof von Farin, der ihn von seinen Eltern hinterlassen wurde.  Eines Tages wird Sara ermordet und Viktor verschwindet spurlos. Was passiert ist, weiß eigentlich keiner, aber spekulieren kann man natürlich immer.

Das Buch weist eine sehr interessante Strukturierung auf, die erst im nachhinein so richtig klar wird und dann aber umso genialer erscheint:

  • David : Ich – Erzähler #1, 3 Zeitebenen
  • John Sorrow : Ich – Erzähler #2, 3 Zeitebenen
  • Ich werde sie nicht sehen die Schatten Ich werde ihn nicht spüren den Regen : Ich – Erzähler #3, Gegenwart
  • David : Ich – Erzähler #1, später 

Ich – Erzähler eins und zwei sind bekannt in Zeitebene eins und zwei, wodurch eine komplexere Sicht der Dinge entsteht, weil beide völlig andere Sichtweisen der Ereignisse hatten. Das klingt jetzt erstmal kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht. Denn ein Thema zieht sich wie ein roter Faden durch alle Kapitel und Unterkapitel. Einsamkeit verbindet in diesem Roman alle und alles.  Das Buch ist melancholisch und schwer und man empfindet tiefes Mitleid mit allen vier Protagonisten, die nur für kurze Zeit wirklich glücklich sein konnten.

Und ich erinnere mich. Großes und Kleines taucht auf und begehrt Aufmerksamkeit, für meine dunkle Sara schreibe ich, aber auch für mich selbst.

 

 

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7 Gedanken zu „Hakan Nesser „Die Schatten und der Regen“

  1. Kassiopaia sagt:

    Ui, da ist aber jemand wirklich schwer begeistert! ^^ Aber wenn das so schwer ist, dann liest man das wohl eher im Herbst/winter, als im frischen Sommer, gell?

  2. F sagt:

    Weiß nicht. Ich glaube ich hatte es auch nciht im Herbst oder Winter gelesen.

  3. pinselplins sagt:

    Ich weiß es ist eher belanglos aber wenn du die taste >altalt< + 143 = Å
    134 = å
    146 = Æ
    145 = æ
    157 = Ø
    155 = ø ☺

  4. F sagt:

    Gut zu wissen, danke.

  5. Alex sagt:

    hi F.
    scheinst mir ja ein echter nesser-kenner zu sein. welchen roman findest du denn am besten?

    alex

  6. F sagt:

    Hm…………. Das ist echt schwer. Vielleicht „In Liebe, Agnes“, weil ich nach dem Lesen echt sprachlos war über so viel Heimtücke und Hinterlist. „Piccadilly Circus….“ hat aber auch eine schöne Atmosphäre. Ist schwierig. Und bei dir so?

  7. Alex sagt:

    hab‘ ein paar van veeteren gelesen. den unglücklichen mörder zum beispiel. die meisten aber als film gesehen. kürzlich bin ich zufällig bei „kim novak …“ hängen geblieben. grandioser film. will ich unbedingt auch noch lesen. kam aber noch nicht dazu. und sehr tll fand ich „mensch ohne hund“, das hab ich tatsächlich mal „nur“ gelesen. toller schmöker, cool erzählt. naja, und jetzt „eine ganz andere geschichte“, fand ich, ging so. aber von “piccadilly circus …“ hab ich jetzt schon einige male gutes gehört. mal sehen, vielleicht was für ein, zwei winterabende.

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