Jules Verne – Der Kurier des Zaren

(Gastbeitrag von Frank)

Der Roman ist in zwei Bücher geteilt, die ich auf dem Flohmarkt erstanden
habe. Sie riechen schon ein bißchen nach altem Buch und wurden 1969
herausgegeben.

Der ursprüngliche Titel des Romans war „Michael Strogoff“ und genau so
hieß der Kurier des Zaren auch. Er ist unterwegs vom Zaren zu seinem
Bruder, um diesen vor einem Einfall der Tataren in Sibirien zu warnen.
Die über 5200 Werst (5523 km) lange Strecke muss er nun so schnell wie
möglich zurücklegen. Das ganze Gebiet östlich des Urals ist dabei schon
vom feindlich Truppen eingenommen und so kann er es auch nicht verhinden
gefangen genommen zu werden. Unterwegs lernt er ein Mädchen kennen, dass
den selben Weg hat wie er, und die beiden verlieben sich ineinander.
Dabei entbehrt die Reise auch nicht einer gewissen Komik, denn es
begleiten ihn außer dem Mädchen auch noch zwei rivalisierende Reporter
aus England und Frankreich, die sich amüsant stereotypisch verhalten.

Eine kleine Beschreibung Michael Strogoffs um einen Eindruck der Sprache
zu bekommen: „Michael Strogoff war groß, schlank, kräftig, mit breiten
Schultern und mächtiger Brust. Seine eckige Stirn verriert deutlich die
besten Eigenschaften der kaukasischen Rasse. Arme und Beine schienen als
Hebel geschaffen zur Ausführung kraftvoller, exakter Bewegungen. Man sah
diesem gutgebauten. symphatischen Menschen sofort an, dass er psychisch
nicht leicht zu beeinflussen und physisch nicht einfach vond er Stelle
zu rücken war. Wo er einmal Fuß gefaßt hatte, schlug er Wurzeln.“

Wie F in ihrem Beitrag zu 20000 Meilen unter dem Meer schrieb, interessierte sich Jules
Verne sehr für naturwissenschaftliche Details. Es werden auch in diesem
Roman Landschaftsbeschreibungen anhand von Pflanzen und Tieren geführt.
Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der geographischen Beschreibung. So
mutet die Reise des Kuriers fast wie eine Fahrt mit der transsibirischen
Eisenbahn, zumindest so wie ich sie mir vorstelle, an.
Hierbei ging es jedoch keineswegs langweilig zu. Das Buch war durchweg
spannend und enthält unerwartete Tragödien und ein fast glückliches
Ende. Die Beschreibung der russischen Kultur und Politik der Zeit hat
mich sehr interessiert und wurde durch eingeworfene russische Wörter,
die mir noch aus dem Unterricht bekannt vorkamen, untermalt.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass es sich beim Kurier des Zaren um einen
unterhaltsamen Abenteuerroman mit Hintergrund und Romantik handelt, der
lebhaft und anschaulich geschrieben ist.

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4 Gedanken zu „Jules Verne – Der Kurier des Zaren

  1. Kassiopaia sagt:

    Bücher, die nach altem Buch riechen, sind ja schon gewöhnungsbedürftig oder? Entweder man mag das oder rümpft die Nase.

    Waren die geografischen Beschreibungen denn okay oder irgendwann aufdringlich, nervig?

  2. Frank sagt:

    Also ich mag das, wie die riechen. Magst du das nich?

    Die Beschreibungen sind ziemlich interessant. Es ist ja auch kein wissenschaftliches Buch, sondern schon ein Roman, wenn auch ein informativer. Als aufdränglich empfand ich sie jedenfalls überhaupt nicht.

  3. F sagt:

    Russland, Abenteuer und Reisebericht – das ja voll was für mich. Nur auf Verne habe ich dabei zur Zeit keine Lust.

    Mag es auch nicht, wenn Bücher riechen. Egal wie.

  4. Kassiopaia sagt:

    Ich bevorzuge eher den Geruch eines neuen Buches, aber manch altes Buch stinkt ja auch nicht so dolle. Generell aber eher nicht, nee.

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