Traumnovelle – Arthur Schnitzler

Für den Literaturkurs dieses Semester lese ich gerade mein zweites Buch von dem mit dem Namen, der mich immer an ein leckeres Mittagessen erinnert. Erst Fräulein Else und jetzt die Traumnovelle. Ich bin echt verblüfft, wie sehr ich mich jedes Mal hineinversetzen konnte. Sowohl in den inneren Monolog von Else als auch in die aus der Sicht eines Mannes geschriebene Novelle. (Als eyes wide shut übrigens von Kubrick verfilmt)

Eine richtige Inhaltsangabe kann ich gar nicht so recht geben, weil man vieles deuten kann, wie man will und ich auch noch nicht durch bin, aber ungefähr so hab‘ ich das bisher gelesen:

Es geht um ein verheiratetes Paar mit sechsjähriger Tochter. Auf den ersten Seiten unterhalten sich die beiden über Verflossene und auch „Fast-Fremdgehen“ während ihrer Beziehung. Als Albertine ihrem Fridolin (ja, tatsächlich. Ein Grinsegrund) von einem dänischen Traumtyp etwas zu lebhaft erzählt, wird der eifersüchtig und prahlt seinerseits mit Fantasien von kleinen Mädchen. Irgendwann erzählt Albertine ihm dann seitenlang einen Traum, in dem sie ihn bewusst hintergeht und seinen Tod (aus Treue zu ihr) emotionslos hinnimmt. Das wirft ihn wiederum total aus der Bahn und er versucht, sie im Gegenzug auch zu betrügen – allerdings nicht nur im Traum – und will ihr dann aus Rache davon erzählen.

Ein kleines Eifersuchtsdrama und ich bin gespannt, was die letzten Seiten so drauf haben und vor allem, was hinter der ganzen Sache steckt. Aber bisher finde ich es – wieder mal erstaunlicherweise für so ein gelbes Ding, um das man doch eigentlich Bögen macht – echt gut und flüssig zu lesen. Und vor allem für mich echt verständlich und aktuell.

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7 Gedanken zu „Traumnovelle – Arthur Schnitzler

  1. Kassiopaia sagt:

    Hm, ist die Eifersucht aktuell oder einfach nur, dass da der Tom Cruise mitspielt? (letzteres nehme ich mal nicht an)

  2. Anika sagt:

    nee, hatte von dem film ja wirklich nur in klammern gesprochen. ansonsten galt alles dem buch. (den film kenne ich *hüstel* gar nicht) Das Thema an sich und die Emotionen finde ich nicht veraltet. Immer noch total nachvollziehbar.

  3. Hast Du es inzwischen ausgelesen? An dem Punkt konnte ich den Icherzähler nicht mehr nachempfinden, daß er sich nicht weiter um die Aufklärung des Mordes kümmert – und auch den Traum der Frau konnte ich nicht nachvollziehen, in Fräulein Else aber alles. Der Reigen liest sich auch sehr hübsch, ist aber eher miniaturhaft. Was ist das für ein Seminar? Ich habe die Traumnovelle letztes Semester in einem zu Opferkonzepten gelesen.

  4. puppe sagt:

    Schnitzler. Wohooo! Unbedingt noch „Leutnant Gustl“ und „Das weite Land“ lesen.

  5. Anika sagt:

    märchen: also ich fand den Punkt im Nachhinein total nachvollziehbar. Weil es gar nicht wichig ist, wer die Frau war, und wer da genau gestorben ist. Es ist einfach ein „Lustding“ gestorben, auch symbolisch und das war gut so und im Nachhinein ist es eben nicht wichtig, ob die eine Frau, die er so „begehrt“ hat, tot ist, oder nicht. er geht dem nich weiter nach und will auch nicht mehr. Das ist das wichitge. Er stellt sich all den blöden Gedanken und Abenteuern und sagt sich, nee, so ists viel besser. Ich widerstehe.
    So hab‘ ich es jedenfalls gelesen. Und das Seminar ist eine Einführung zu Gender Studies am Beispiel der Literaturwissenschaft.

    Puppe: okay, ich werds auf meine Liste setzen:-)
    (sind die eher frl. else oder traumnovellen-ähnlich? oder ganz anders?)

  6. Anj sagt:

    Hmmm… ich will mir ja kein vorschnelles Urteil erlauben, aber ich habe den Eindruck, dass mir die Handlung einfach zu überzogen wäre. Irgendwie nicht nachvollziehbar. Und dass sich das dann alles hochschaukelt und bestimmt in einem Drama endet… find ich nicht authentisch.

    Übrigens finde ich es wiedermal schlimm, dass das Buch das Filmbild als Cover hat! Ich hasse sowas. Das Buch gabs doch schon vorher, kann es nicht bitte ein eigenes schönes Cover haben? Ich finde, das wirkt immer so nachgemacht, dabei ist ja das Buch das Original.

  7. puppe sagt:

    Anika, ich glaube sie sind anders aber eben typisch Schnitzler. „Das weite Land“ ist ein Theaterstück, liest sich aber sehr flockig. „Leutnant Gustl“ ist eine Novelle und behandelt den Ehrbegriff. Probier’s mal!

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