Interpretationen zu Band 1 des Jugendbuchs von Joanne K. Rowling

Karin Comfere veröffentlichte in oben genannten Buch Modelle für den Literaturunterricht 5 – 10 zu „Harry Potter und der Stein der Weisen“.  Der Klappentext verspricht  eine schnelle und einfache Unterrichtsvorbereitung, eine Analyse der entsprechenden Lektüre, kurze, problemlos umzusetzende Stundentafeln und eine Checkliste mit Lernvorrausetzungen und -schwierigkeiten.  Nun interessiert mich ja 3/4 davon überhaupt nicht. Ich wollte nur wissen, was denn die Experten in dieses Buch reininterpretieren und was mir normalsterblichen Leser womöglich entgangen sein könnte.

36 Seiten sind in diesem Buch der Analyse gewidmet. Dabei geht es unter anderen um Raumgestaltung, Figurenkonstellation und Inhaltsangabe. Neu ist, dass „Harry Potter und der Stein der Weisen“ gleich drei in eins ist: Spannung, Spiel und Schokolade. Ach nee, das war ja was anderes. Fantastischer Roman, Internatsroman und Detektivroman. Joa, ansonsten habe ich nichts neues erfahren.

Am besten ist noch Material 7 aus den Unterrichtsvorschlägen. Dies beinhaltet eine Filmkritik zu „Harry Potter und der Stein der Weisen“ von Wiebke Brauer und ist ein totaler Verriss von Film, Umsetzung und Schauspiel:

„Doch leider hat Abziehbild Radcliffe das Charisma jenes debil grinsenden Jungen, der sich seit Jahr und Tag auf der Packung der Kinderschokolade befindet. Genauso zweidimensional ist das schauspielerische Repertoire Radcliffes: Dargeboten wird der offene Mund als Zeichen für Erstauen und die hochgezogenen Augenbrauen als Zeichen für… ähm… Erstaunen.“

Anscheinend sollen die Schüler dazu Stellung beziehen. Denn eine Aufgabenstellung zu den Materialien ist nicht vorhanden. Auch schön sind die möglichen Klassenarbeitsthemen:

„Der Roman endet mit der Ankündigung Harry Potters, in diesem Sommer viel Spaß mit seinem Cousin Dudley zu haben. Stell dir vor, was Harry Potter in den Sommerferien mit Dudley erlebt und schreibe eine lustige Geschichte dazu.“

Ein Glück muss ich sowas nicht mehr machen.

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6 Gedanken zu „Interpretationen zu Band 1 des Jugendbuchs von Joanne K. Rowling

  1. Kassiopaia sagt:

    Also, für eine 5.-10. Klasse ist die letzte Aufgabe aber eher für ganz doofe gestellt oder? Macht man nicht selbst in der fünften schon was anderes im Deutschunterricht, als sich „lustige“ Geschichten auszudenken? Ich kann mich leider nicht mehr dran erinnern, ich bin zu alt. :P

    Die Filmrezension hat meine Gemüter allerdings sehr erheitert. Doofe Filmkinder! ;) Ich hätte von der Tante da mal gerne einen Verriss zur Müsliwerbung mit diesem schrecklichen Werbekind. Ich glaube, der kleine Knirps würde bei ihr direkt in den Ofen geschoben werden und als Sonntagsbraten auf ihrem Tisch landen. *finster grins*

  2. Anika sagt:

    Oh, das wäre doch was tolles! *hüpf* Eine lustige Feriengeschichte schreiben! Ja! Ja! Darüber hätte ich mich in der 5. gefreut. Wir durften damals über „Ich im Jahr 2018“ schreiben. Oder so.

  3. Anj sagt:

    Oh Gott, ich find diese Aufgabenstellung mit der „lustigen“ Geschichte so blöde, aber naja, in der 5. KLasse hätte ich mich wahrscheinlich auch sehr drüber gefreut.

    Der Radcliffe-Verriss ist lustig. Musste sehr lachen. Und naja… ich stimme der lieben Wiebke schoin irgendwie zu. Ich musste mich zwar selbst erst dazu durchringen, aber auch ich finde Radcliffes schauspielerische Leistung eher mies. Irgendwie aber ist das den HP-Filmen nicht so schlimm, weil er eben so eine charismatische Figur spielt, das Augenmerk so sehr auf ihn gerichtet ist und er eben, mit all sienen (schauspielerischen) Fehlern Harry Potter verkörpert. Da denkt man vielleicht, das muss so sein. Aber in „December Boys“ wurde mir wieder klar, dass ich ihn als Schauspieler wirklich nicht mag.

  4. Kassiopaia sagt:

    Der hat noch in anderen Filmen mitgespielt? Ich dachte, er stünde jetzt immer nur spiltterfasernackt auf einer Londoner Bühne?!

  5. Herr Ohnehin sagt:

    „Dein tollstes Ferienerlebnis“ – Wieso durft ich letzte Woche im Abi keine „lustige“ Geschichte schreiben? Wieso musst ich bezogen auf Frisch und Goethe die Abgrenzung autobiografischer und fiktionaler Texte vornehmen? Das ist doch doof.

  6. Anika sagt:

    Ich musste über die Marquise von o. schreiben. War aber gar nicht so schlimm, obwohl das Ferienerlebnis mit Abstand toller gewese wäre. von mir auch in Balladenform.

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