Tolstoi – Der Tod des Iwan Iljitsch

Ich hab mich jetzt drei mal an „Krieg und Frieden“ versucht und bin jedes Mal gescheitert. Das weiteste war bisher das erste Drittel des zweiten Buches (es gibt zwei Bücher in meiner Ausgabe). Dieses Buch hier war auch eher versehentlich gekauft. Ich wollte ursprünglich ein Buch von Tschechow kaufen, hab mich vergriffen und es erst zu Hause gemerkt. Lag vielleicht auch daran, dass es zwei Bücher waren und das eine durchaus von Tschechow war.
Das Thema des Buches ist ein vielbehandeltes und durchaus interessantes: der Tod. Es geht um einen Mann in Russland, der nach einem relativ glücklichen Leben – so glaubt er jedenfalls am Anfang – schwer krank wird und schließlich stirbt. Der Prozess des Krankheitsverlaufs wird relativ ausführlich beschrieben ohne auf medizinische Details einzugehen. Es werden Auszüge seines Lebens vorgestellt. Durch die Reflektion kommen ihm auch selbst Zweifel über das Glück seines Lebens.

Es gibt einige interessante Stellen in dem Buch. Z.B. die für mich stark nachvollziehbare Frage der Unbegreiflichkeit des eigenen Todes. Der Protagonist kämpft damit, dass er nicht akzeptieren kann, dass er sterben muss. Er hat sich nie in der Rolle des Cassius gesehen: „Cassius ist ein Mensch. Alle Menschen müssen sterben. Also muss auch Cassius sterben.“ Die Frage nach dem Warum ist ganz zentral.

Trotz der interessanten Textpassagen und dem ziemlich beeindruckenden Ende kann ich auch mit diesem Buch insgesamt irgendwie nicht so richtig warm werden. Es scheint die Schreibweise von Tolstoi zu sein. Sie wird oft gelobt, mir sagt sie nicht zu. Es liest sich schwer. Es kommen viele Details vor und manchmal würde ich am liebsten sagen: „Komm doch mal auf den Punkt.“ Es ist nicht so, wie bei einem Krimi, wo die Details interessant und wichtig sein können. Es tauchen zum Beispiel ständig irgendwelche neuen Personen auf. Die bleiben dann für kurze Dauer im Buch, tragen minimal zur Handlung bei und veschwinden wieder.

„Während einer Pause im Prozeß Melwinskij versammelten sich die Richter und der Staatsanwalt im Kabinett Iwan Jegorowitsch Schebeks, das sich in dem großen Gebäude befand, darin der Gerichtshof tagte, und das Gespräch kam auf den berühmten Krassowschen Fall. Fjodor Wassiljewitsch ereiferte sich und versuchte zu beweisen, dass der Fall gar nicht vor Gericht gehöre, Iwan Jegorowitsch dagegen, der sich von Anfang an der Debatte ferngehalten, nahm auch weiterhin nicht teil am Gespräch, sondern sah die soeben gebrachte Zeitung durch.“

Also mir hat es nicht wirklich gefallen.

(Gastschreiberling Frank)

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2 Gedanken zu „Tolstoi – Der Tod des Iwan Iljitsch

  1. Kassiopaia sagt:

    Da scheint die Werbung mit den Klitschko-Bürdern ja zu stimmen: „Tolstoi? Schwere Kost!“

  2. F sagt:

    Tolstoi, Tschechow, kann man schon mal verwechseln. :-)

    Das Thema klingt durchaus interessant, aber Lust es zu lesen habe ich nicht.

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