David Wagner – Ich bin der Mann/Sie ist die Frau

Dieses kleine Büchlein erhielt ich letzten Freitag als Gastgeschenk von zwei Freunden. Zuerst dachte ich das sei ein Scherz, weil es auch so dünn war und nahm an es sei irgendwie Werbung oder so. Dann stellte sich heraus, dass Bücher neuerdings auch über Bahnhofsautomaten vertrieben werden, und verdammt, das ist eigentlich eine ziemlich gute Idee. Wenn man nachts allein auf dem Bahnhof steht und kein Geschäft mehr offen hat und Langeweile Überhand nimmt.

Es ist wirklich sehr kurz – nur 18 Seiten. Doch trotz meiner anfänglichen Skepsis hat es sich als ganz witzig herausgestellt. Während das erste der beiden Bücher 2003 erschien und eine Ich-Erzählung ist beschreibt das zweite „die“ Frau. Ich weiß nicht ob absichtlich mit Stereotypen gearbeitet wurde – es entsteht aber bei beiden Geschichten das Bild einer typischen Frau bzw. eines typischen Mannes. Das allerdings auf nicht übertriebene Weise sondern irgendwie nachvollziehbar. Ich kann viele Dinge aus der „Ich bin der Mann“ Geschichte an mir selbst beobachten oder kenne Männer die genau so sind. Man könnte vermuten das Buch sei als Satire auf diese Typisierung gedacht, doch ich glaube das war nicht der Zweck. Der Satz am Ende von „Ich bin der Mann“ gibt mir zumindest einen anderen Eindruck: „Ich bin der Mann, der oft nicht weiß, wozu er da ist.“

Voll von Selbstzweifel sind die Texte und von Schwächen aber auch irgendwie einfach nur menschlich. Sie hören leider viel zu schnell auf und man verbleibt mit der Hoffnung auf mehr. Das Ganze trägt übrigens einen „Radio Eins“-typischen Titel: „Schöner Lesen“ vom SuKuLTuR Verlag. Und der Autor wohnt in Berlin.

(Gastschreiberling Frank)

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6 Gedanken zu „David Wagner – Ich bin der Mann/Sie ist die Frau

  1. Kassiopaia sagt:

    Man kann Bücher aus Automaten ziehen? Das habe ich ja noch nie gesehen. Ist ja besser als Würstchen ausm Automaten. *g*

  2. F sagt:

    Sieht aus wie Reklam.

  3. Frank sagt:

    Ja, nur Reclam hat keine Coverbilder. Hab zumindest bisher keine gesehen.
    Ansonsten ist es ziemlich ähnlich.

  4. Anj sagt:

    Hm, ich überlege geradem ob die Geschichte was für mich wäre. Frank, du schreibst ja, dass die voller Selbstzweifel sind und voller Schwächen. wird einem die Geschichte da nicht zu jammerig?

  5. Frank sagt:

    Nein. Der Mann, der in der Ich-Form erzählt, teilt mit dem Leser ja auch einige seiner Stärken.. oder sagen wir Eigenschaften, die man als Stärken auslegen könnte. Die Schwächen treten nicht als solche zu Tage, sondern es sind Eigenschaften einer Person, die manch einer ebene als Schwäche betrachten möge. Selbstzweifel finde ich sehr selten zu jammerig, deswegen bin ich vielleicht diesbezüglich ein schlechter Massstab. Ich kann das Buch Montag ja mal vorbei bringen. So kurz wie es ist, kannst du ja mal rein/durchlesen.

  6. Anj sagt:

    Hm, ich wollte damit auch nicht sagen, dass ich Selbstzweifel jammerig finde, ich würde es nur nicht ertragen, wenn der Typi die ganze Zeit nur am Jammern darüber sit, wie schlecht die Welt ist etc und blabla.

    Klar, brings vorbei, gerne gerne. Bin nur am Montag ein paar Tage nicht da, also wenn es dich nicht stört, irgendeinen Nachbarn wachzuklingeln, damit du zu den Briefkästen kommst… ^^

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