Dante Alighieri – „Die Göttliche Komödie“ – I

Gastschreiberling Frank hat wieder gelesen und uns diese Rezension zur Verfügung gestellt. Danke schön.

Erster Teil: Die Hölle

Den Namen des Buches kennt jeder und es wird in dutzenden weiteren Büchern referenziert. Als ich also vor Weihnachten mal wieder an einem Reclamregal vorbei kam, dachte ich mir, dass ich das auch mal lesen könnte. Zu der Zeit wusste ich noch nicht, dass es als epische Dichtung abgefasst ist, deren Erstellung immerhin 14 Jahre gedauert hat. Als ich also anfing, hab ich erstmal einen Schreck bekommen. Nach einer Weile lesen, hat sich der zum Glück gegeben. Selbst wenn es zunächst gewöhnungsbedürftig erscheint, ist die Sprache keineswegs kryptisch, sondern sehr gut verständlich. Es wird mit vielen sprachlichen Bildern gearbeitet, aber auch die sind meist zu verstehen. In meiner Ausgabe gibt es zudem vor jedem Gesang – das Werk teilt sich in 100 Gesänge, welche sich in jeweils drei „Kapitel“ eingliedern – eine kurze Erklärung, worum es geht. Die ist eigentlich nicht nötig, hilft aber teilweise beim Verständnis. Das „göttlich“ im Titel wurde übrigens nicht von Dante geprägt, sondern unter anderem von Boccaccio, der auch das Dekameron geschrieben hat.

Dante beschreibt, wie er selbst eine Reise unternimmt. Diese führt ihn durch die Hölle, über den Läuterungsberg ins Paradies. Das sind auch die drei erwähnten „Kapitel“ oder Reiche. Ich bin gerade durch die Hölle gegangen und Dante beschreibt wie die aufgebaut ist, wie es dort aussieht und wer sich dort finden lässt. Verständlicherweise erzählt er hierbei hauptsächlich von den Italienern – seinen Landsleuten – die er dort findet. Es wird aber auch über griechische Persönlichkeiten und andere berichtet. Meist unterhält sich Dante kurz mit einigen von ihnen um zu erfahren, was sie dorthin geführt hat und wie es ihnen ergeht.

Trotz der Verständlichkeit brauche ich relativ lange für das Buch. Ich schätze es als gutes Buch ein, auch wenn ich selbst noch nicht genau sagen kann, warum. Auf jeden Fall ist es faszinierend, wie er die Hölle beschreibt. Vielleicht, weil es sich nach einer irgendwie vorstellbaren, wenn auch grausamen Version dieses Ortes anhört. Wenn man in den Rhythmus der Dichtung gefunden hat, macht es richtig Spaß diesen Stil zu lesen.

Und hier noch kurz eine Passage aus dem Anfang des zweiten Gesangs:

„Der Tag verschwand, es nahm der dunkle Äther
Den Lebewesen allen auf der Erde
Die Lasten ab, und ich allein nur mußte
Mich vorbereiten zu dem schweren Kriege
Der Wanderung und auch zugleich des Mitleids;
Ihn wird Gedächtnis, das nicht irret, schildern.“

 

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Ein Gedanke zu „Dante Alighieri – „Die Göttliche Komödie“ – I

  1. Kassiopaia sagt:

    Ich dachte ja erst so: „Ah, nein, Deutsch-LK! Ich will nicht, ich dachte, es wäre vorbei.“ Doch es scheint ja gar nicht so schlimm zu sein, freiwilig zu solcher Literatur zu greifen. Gut so.
    Bei den Gesängen stelle ich mir gerae eine Opernaufführung vor. Man versteht kein Wort vom Gesungenen, doch eine Gänsehaut jagd die andere.

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