Andreas Steinhöfel – Die Mitte der Welt – Die erste Hälfte

Diese Rezension wurde uns von Frank zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Auf Empfehlung meiner Mitbewohnerin hab ich also mit dem Buch angefangen. Und das obwohl die Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken hauptsächlich nach Kitsch und dem üblichen Ablauf solcher Geschichten schreit.

Es geht um einen Jungen, der schwul ist, in seiner Umgebung als Außenseiter gilt, den Kontakt zu seiner Schwester verloren hat und dessen Mutter – einen Vater hat er nicht – von der Gemeinde als Schlampe betrachtet wird. Es wird gezeigt, wie er sich verliebt und wie das sein Leben beeinflusst. Dabei wird zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her gesprungen und das Leben des Jungen tut sich vor einem auf.

Ich bin bisher positiv überrascht. Was mich vor allem beeindruckt ist die emotionale Wirkung, die das Geschriebene hat. Ich möchte weiterlesen und gleichzeitig fühle ich mich ein bisschen verschämt und unsicher. Die Gefühle des Protagonisten werden irgendwie auf einen selbst übertragen. Gleichzeitig wird eine Welt gemalt in der das zu Hause trotz allen Widrigkeiten eine Zufluchtsstelle bildet, ein Licht inmitten einer feindlichen, kalten Umgebung. Und trotzdem die Situationen teilweise an Pubertät erinnern – so alt kann man gar nicht sein, um da nicht mitzufühlen.

Los geht’s mit: „Die meisten Männer, mit denen Glass Affären hatte, bekam ich nie zu Gesicht. Sie kamen spät abends nach Visible oder nachts, wenn Dianne und ich längst schliefen. Dann schlugen Türen, und unbekannte Stimmen mischten sich in unsere Träume. Morgens fanden sich hier und dort verräterische Spuren ihrer Existenz: ein noch warmer Becher auf dem Küchentisch, aus dem hastig starker Kaffee getrunken worden war; die Verpackung einer Zahnbürste im Badezimmer, achtlos zerknüllt und zu Boden geworden.“

Mal sehen, wie sich das entwickelt.

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3 Gedanken zu „Andreas Steinhöfel – Die Mitte der Welt – Die erste Hälfte

  1. Anj sagt:

    Ich hab das Buch auch mla gelesen und fand es ziemlich gut. Kann mich jetzt nicht mehr so genau erinnern, allerdings weiß ich noch, dass ich es gern gehabt hätte, dass eine Nebenthematik die HAuptthematik des Buchs würde, nämlich die Suche nach dem Vater. Das fand ich am spannendsten

  2. Esr sagt:

    —SPOILER— Zum Ende hin entscheidet sich Phil, sich auf die Suche nach seinem Vater zu machen und geht mit seinem Onkel nach Amerika. —SPOILER—

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