High Fidelity – aufgeknabbert

Zum Schluss gings dann doch recht flott. Haps Haps und weg wars. Ein paar Krümel vom Mund gewischt, und dann der Griff zum nächsten Buch. Ach, halt, da war ja noch was:

Mein Fazit: (Herzblut-High-Fidelity-Fans bitte nicht weiterlesen)

Jemand, dem die vielen vielen vielen Musikzitate, mehr sagen als mir, wird dieses Buch sicherlich noch auf einer ganz anderen Ebene schätzen können. Mich haben sie jetzt nicht davon überzeugt, warum das Buch so toll sein soll.

Der Held – der natürlich ein Antiheld ist – definiert sich nur über seine Beziehungen. Sein ganzes Leben besteht daraus und auf dem kläglichen Rest bleibt er sitzen, als sie ihn zum Anfang des Romans verlässt. Jemanden, der aus dem sprichwörtlich aus dem Leim geht, nur weil er gerade in keiner Beziehung steckt, und ohnehin recht gemein und egoistisch erscheint, kann ich nicht sympatisch finden. Wenn er trauert, okay, aber er weiß eben nie so richtig, wie und wohin und überhaupt. Und ist, wie seine Freundin bemerkte „mit 35 immer noch auf dem Niveau eines 19jährigen.“. Na, toll, sowas will ich lesen. Habe ich schon erwähnt, dass es viele Musikzitate gibt?
Nungut, nächstes Buch bitte.

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4 Gedanken zu „High Fidelity – aufgeknabbert

  1. Anj sagt:

    Hm, ja, ist ja nervig. Ich mag so Leute eh nicht, deren Persönlichkeit nur aus ihrer Beziehung betsteht und die ohne diese noch nicht mal ein halber Mensch sind. Und dann ist sowas auch noch der Hauptcharakter in einem hoch gepriesenen Buch? Nönö, da lass ich doch dann lieber mal meine Finger von

  2. Also, daaaaamals hat mich das Buch wirklich begeistert, denn der Schreibstil war ungewohnt und Herr Hornby war damals noch nicht so umgeben von vielen jungen wilden Autoren, die jetzt alle ihr gammeliges hin und her in Beziehungen unters Volk zu bringen gedachten.

    Klar, Musiclovers finden auf jeden Fall noch eine Ebene.

    Befreundet sein wollte ich mit dem Protagonisten auch nicht unbedingt, aber darauf kam es ja nicht wirklich an. Haste schon „A long Way down“ probiert? Das hat seinen Reiz durch den ständig wechselnden Perspektivwechsel.

    Oh, und nenn mir doch bitte mal ein Buch, das ich deiner Meinung nach unbedingt und unter Ausschaltung des restlichen Lebens gelesen haben sollte. Ich lasse mich gerne inspirieren…
    Aber keine mystischen Mittelalter-Schinken bitte!

  3. Oh, ja, gerade habe ich bemerkt, dass ich mir durch die reichlich unhübsche Formulierung „ständig wechselnder Perspektivwechsel“ die Befähigung zu eigener Schriftstellertätigkeit mal eben so nebenbei durch den Kamin gejagt habe. Sorry bout that!

  4. Anika sagt:

    lieber lord: „a long way down“ habe ich von ihm gehört und war begeistert. Allerdings spielen bei einem Hörspiel natürlich auch noch andere Kriterien eine Rolle. meine begesiterungsfähige Vorliebe für Stimmen zum Beispiel. Aber das fand ich auch von der Story her toll. Aber auch dort gibt es glaube ich so kaum einen Sympathietränger, oder?

    Als unbedingte Empfehlung: Das knallrosa Tagebuch, Das Kartengeheimnis oder eben Weiße Nächte.

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