Der Fluch der Schriftrollen von Barbara Wood

Wenn man Barbara Wood hört, denkt man an Liebesromane, an starke Frauen, die in einer schwierigen Gesellschaft ihren Weg gehen und an ganz viel Herzschmerz. Bis jetzt habe ich zwei Romane von ihr gelesen: „Bitteres Geheimnis“ – der Klappentext klang sehr spannend, aber es entpuppte sich schnell als typischer Frauenroman, den man schnell weggelesen hat, ohne viel Stil und „Die 7 Dämonen“ – es ging um Archäologie und Mythologie und war wirklich spannend und interessant. In letztere Sparte (also Archäologie und Mythologie) reihte sich laut Klappentext auch „Der Fluch der Schriftrollen“ ein.

Ich muss gleich dazu sagen, dass meine Buchausgabe ein anderes Cover hatte. Bei dem Bild hätte ich das Buch nie gelesen.

Worum gehts?

In Jerusalem werden bei Ausgrabungen unter einem Haus Tonkrüge mit uralten Schriften aus dem ersten Jahrhundert nach Christus gefunden. Der Schriftenkundler Benjamin Messer bekommt die Rollen zur Übersetzung. Doch die Rollen sind mit dem Fluch Moses belegt.

Oh! *grusel grusel* Der Fluch Moses. Schön wär’s gewesen. Im Buch regt sich Ben Messer über die Journalisten auf, die in ihren Zeitungsartikeln über den Fund der Schriftrollen berichten und den Fluch als Aufhänger für eine höhere Quote nehmen. Anders war es bei dem Buch hier aber auch nicht. Kein Fluch, keine mysteriösen Todesfälle. Dies war aber nur ein Grund von vielen, warum das Buch eher in das untere Drittel meiner Qualitätsskala fällt.

Bis ca. Seite 100 war ich wirklich gefesselt. Ich interessiere mich für Archäologie und den ganzen Kram und in den Schriftrollen wurde vom Leben im alten Jerusalem berichtet und der Autor dieser Rollen, David Ben Jona, berichtete von einer schrecklichen Tat, die er getan hatte. Doch mit zunehmender Länge des Buches und das ist jetzt nicht so lang, es hat schließlich nur 290 Seiten, wurde das Lesen zur Qual. Das Muster war immer gleich: Es kommt eine Schriftrolle, Ben übersetzt sie und wartet ein oder zwei Tage auf die nächste. Er bekommt die Schriftrolle, übersetzt sie und wartet auf die nächste. Er bekommt eine Schriftrolle und… äh… Na ja irgendwann kam dann die letzte und das Buch war aus.  Mit jeder Schriftrolle, die er übersetzte steigerte sich Benjamin Messer mehr und mehr in das Leben des David Ben Jona hinein. Er wird von Wahnvorstellungen geplagt, hat Stimmungsschwankungen, Alpträume, Blackouts und wird zunehmend unruhiger, wenn er nicht sofort die nächste Rolle in den Händen hällt. Sicher sollte man Mitleid mit dem armen Kerl haben, der wohl auch äußerst attraktiv, lieb und nett ist. Aber es nervt nur noch und ist lächerlich. Ich quälte mich durch die letzten Seiten, denn ich wollte wissen, was David Ben Jona für eine schreckliche Tat begangen hat. Diese stellte sich dann auch (nach meinen Erwartungen) als wenig spektakulär heraus. Nach dem Lesen der letzten Schriftrolle ist Ben Messer wieder ganz der alte und reitet mit seiner neuen Flamme, die ihn durch das Lesen der Schriftrollen begleitet, hat in den Sonnenuntergang. Sollte ich erwähnen, dass es eine Studentin von ihm ist?

Der Schreibstil des Buches ist einfach und wenig poetisch. Wenn ich mich recht erinnere, gab es keine Schachtelsätze und das finde ich sowieso immer sehr bedauerlich. Denn Subjekt – Prädikat – Objekt – Sätze kann wohl jeder bilden.

Was bleibt?

A waste of time.

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2 Gedanken zu „Der Fluch der Schriftrollen von Barbara Wood

  1. Kassiopaia sagt:

    Hm, das mit der Studentin erinnert mich irgendwie an „Indiana Jones“. Vielleicht ist Barbara Wood eher eine Autorin für, sagen wir mal „reifere“ Frauen. Meine Mama liest auch Bücher von ihr und mag die , glaube ich.

  2. F sagt:

    Meine Mama liest auch Bücher von ihr und eine aus’m Verein (18) auch.
    Indiana Jones rockt, ja!

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