Rereading Lois Lowry’s „The Giver“ – Part II

Drei Jahre ist es her, dass ich dieses Buch zum ersten Mal gelesen habe. Es war Pflichtlektüre im Englischunterricht und ich habe es verschlungen. Es ist eines der wenigen Büchern, die einen tiefen Eindruck hinterlassen haben, die mich persönlich so berührt haben, dass ich mich selbst nach Jahren noch an das Lesegefühl von damals erinnere.

Jonas wird bei seiner Ceremony of Twelve zum neuen Receiver of Memory auserwählt. „It’s not my past, not my childhood that I must transmit to you. It’s the memories of the whole world. (…) Before you, before me, before the previous Receiver, and generations before him.“ The Giver, der Noch – Receiver, trainiert Jonas und überträgt ihm Stück für Stück seine Erinnerungen. Das ist die Kerngeschichte, doch es geht um so viel mehr.

Jonas lebt in einer scheinbar perfekten Gesellschaft. Es gibt keine Verbrechen, keine Schmerzen und keine Enttäuschungen. Doch es gibt viele Regeln, die dies garantieren. Totale Überwachung, keine eigenen Entscheidungen und keine Individualität. Was unpraktisch ist, wird abgeschafft („Snow made growing food difficult, limited the agricultural periods. And unpredictable weather made transportation almost impossible at times. It was’nt a practical thing, so it became obselete when we went to Sameness.“).

Sameness ist das zentrale Thema in der Community: keine Farben, die selbe Kleidung und Frisur für alle, gleiche Häuser mit Standarteinrichtungsgegenständen, 47 Neugeborene pro Jahr. Jeder hat seine feste Aufgabe, Arbeit und Lebenspartner werden von dem Commitee of Elders zugeteilt, genauso wie die Neugeborenen, wenn sie ein Jahr alt sind. Alles hat seinen geregelten Ablauf und feste Struktur: dreamtelling am Morgen, the Telling of Feelings am Abend. Die Kindheit endet mit 12 und bei der Ceremony of Twelve wird ihnen für ihre Kindheit gedankt. Danach ist Alter nicht mehr wichtig. Die Alten leben im House of the Old. Irgendwann werden sie dann mit einer wunderschönen Feier released. Auch Neugebore, die sich nicht so entwickeln, wie sie sollen und Leute, die dreimal die Regeln brechen werden nach Elsewhere geschickt. Natürlich kann auch jeder andere Bürger darum bitten, nach Elsewhere gehen zu dürfen. Es gibt unter anderem Birthmothers (drei Geburten, danach Arbeiter, bis sie ins House of the Old kommen), Directors of Recreation, Caretakers of the Old, Nurturers und den Receiver of Memory – eine Ehre. Tag für Tag gibt der Giver jetzt seine Erinnerungen an Jonas weiter. Es sind schöne (Schlittenfahrten, Sonnenuntergänge), schmerzhafte (Beinbruch, Einsamkeit) und grausame (Krieg, Abschlachten von Tieren) Erinnerungen. Nichts von all dem hat Jonas vorher gekannt, alles ist neu und all das Wissen lastet nun auf seiner jungen Seele. Um so mehr er vom wahren Leben erfährt, um so mehr wird sein eigenes zur farce. Er hat Mitleid mit seinen besten Freunde, weil sie all das Schöne nicht kennen. Er liebt sie und weiß, dass er dieses Gefühl von niemandem je erwidert bekommen wird. Doch er darf, eine ausdrückliche Regel, nicht um release bitten.

Lowrys Erzählstil ist einfach und doch so nachdrücklich und erschreckend. Wenn Jonas lernt, was Krieg ist und später seine Freunde Krieg spielen sieht und am liebsten weinen möchte, die Beschreibung des Community – Lebens am Anfang des Romans oder auch wie Jonas Welt langsam zerbricht, ist so deutlich und eindrucksvoll beschrieben, dass ich oft beim Lesen dachte, „Oh, nein!“ und das alles ohne platt zu wirken.

Des Weiteren regt einem das Buch sehr zum Nachdenken, über unser gesellschaftliches Leben, über die Vor- und Nachteile, an. Natürlich geht das eine nicht ohne das andere und man weiß das Gute nur zu schätzen, wenn man auch das Schlechte kennt.

 

But now that I can see colors (…) I was just thinking: what if we could hold up things that were bright red or bright yellow, and he could choose? Instead of the Sameness.“

He might make wrong choices.“

Oh.“ Jonas was silent for a minute, „Oh, I see what you mean. It wouldn’t matter for a newchild’s toy. But later it does matter, doesn’t it? We don’t dare to let people make choices of their own.“

Not safe?“ The Giver suggested.

Definitely not safe. (…) What if they were allowed to choose their own mate? And chose wrong? (…) Or what if (…) they chose their own jobs?“

Frightening, isn’t it?“ The Giver said.

(…) We really have to protect people from wrong choices.“

It’s safer.“

Yes“, Jonas agreed, „much safer.“

Advertisements

11 Gedanken zu „Rereading Lois Lowry’s „The Giver“ – Part II

  1. Anj sagt:

    Klingt total klasse, wie du das beschreibst, auch wenn mich jetzt die Handlung sehr an „Schöne neue Welt“ erinnert. Aber das Thema dieses Buches war ja auch toll, die Umsetzung war nur schrecklich und vielleicht ist ja „The Giver“ ein tolles Gegenbeispiel dazu.

  2. Jule sagt:

    Gibt es das Buch auch auf deutsch?

  3. F. Oldörp sagt:

    bei amazon gibt es das jedenfalls nciht also denke ich mal, dass es das buch nicht auf deutsch gibt.

  4. S sagt:

    Ja, das buch gibt es auf deutsch es heißt Hüter der Erinnerung!!!

  5. F sagt:

    das ist ja interessant.

  6. Frank sagt:

    Oh, das klingt sehr spannend. Das würd ich auch gern lesen.

  7. adr sagt:

    ich habe es auch in der 9 klkasse gelesen und wir waren uns einig LANGWEILIG
    es tut mir leid wenn ich andere damit treffe aber mich nervt das buch einfach

  8. Flo sagt:

    Also, mal im Ernst:
    -unlogisch
    -spannend wie Todesanzeigen
    -unineressant…

    das Buch ist im Ernst der größte crap!

  9. Kassiopaia sagt:

    Ich hab ja schon gehört, dass manche Todesanzeigen sammeln, von daher… ;)

  10. The Worm sagt:

    Ich habe das buch selbst gelesen. Doch was hat es mir gebracht? Wahrschenlich war das Buch auch der grund weshalb ich nie wieder ein Buch von Lowis Lowry in die Hand nehmen werde. Wer bitte schön liest freiwillig so einen sch++s?! Jezt mal im ernst dieses Buch war öde, lahm un demütigend! Liest es nicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: