Sandor slash Ida – zwei

sandor-zwei.jpgIch bin zum Umfallen müde. Es ist dreiviertel fünf Uhr morgens und ich habe einige der schönsten Stunden in letzer Zeit verbracht. Von halb drei an habe ich das halbausgelesene Buch nicht mehr zur Seite gelegt und es schlussendlich nach der letzten Seite zugeklappt. Das ist mir bisher noch nicht allzu oft passiert. Dass mich ein Buch so sehr fesselt, dass alle Müdigkeit wie weggeblasen ist. Als ich geschrieben habe, dass man sofort in die Geschichte hineingezogen wird, hätte ich es nicht treffender einschätzen können. Dass ich nach der normalerweise so endlos langen schrecklichen Straßenbahnfahrt am liebsten gar nicht ausgestiegen wäre, war nur der Anfang.

Ich habe den ganzen Tag an nichts anderes gedacht, als an die Geschichte. Ich hatte gehofft, als ich mir das Buch ausgeliehen habe, es sei ein schnell essbares Buch, leichte Kost. Pustekuchen und ich liebe es dafür. Es ist schwer, wie dunkler Gewürzkuchen, von dessen Duft einem schon etwas schwindelig wird. Dunkler Kuchen mit Waldhonig und bitterer Schokolade und doch gleich so flüssig zu lesen, wie ein Schluck Wasser nach einem langem Rennen. Genau das ist es. Das Buch macht durstig.

Idas und Sandors Geschichten vermischen sich großartig, spannend und sie lassen einen nicht mehr los. Die beiden werden so detailliert dargestellt, dass es einem vorkommt, man kenne sie schon ewig und trotzdem hat die Geschichte noch tausend andere Schichten, als nur die beiden.

Und noch etwas ist mir erst das zweite Mal bei einem Buch passiert. Ich habe vor Anspannung und Mitfiebern geheult. Habe mir gewünscht, es würde alles so weitergehen, wie ich es will. Habe nicht mitbekommen, wie ich die Seiten umgeblättert habe, dass meine Hand eingeschlafen ist, vom Gewicht meines Kopfes, den ich darauf gestützt habe. Ich war schlicht und einfach genau dort. Bei Sandor. Bei Ida. Zwischen den Buchdeckeln. Und es war wunderbar.

Lest es, und ihr werdet um einiges reicher und trauriger und glücklicher und klüger sein.

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4 Gedanken zu „Sandor slash Ida – zwei

  1. tina0822 sagt:

    Diese Art von Büchern kenn ich. Mir ist es schon einmal wirklich und mehrmals fast passiert, dass ich nicht an der richtigen Station ausgestiegen bin, weil das Buch so fesselnd war. :)

  2. Ja, das ist manchmal echt krass, oder? Bei einem Buch war das so schlimm, weil ich dann einfach sclafen MUSSTE, ich konnte einfach nicht mehr und wollte gleichzeitig nur eines: diese Buch zuende lesen. (Das war „wo bist Du“ von Mary Levy)
    Am morgen habe ich dann sofort weitergelesen, nachdem ich aufgewacht bin:-)

  3. Anj sagt:

    Mir ging das bei Rollins‘ „Operatin Amazonas“ so. Ich saß den ganzen Tag zwar bequem auf meinem Bett, hatte aber irgendwann echt solche Rückenschmerzen und Muskelschwund in den Beinen, dass ich eigentlich mal hätte rausgehen müssen… aber ich wollte einfach weiterlesen, weil es so spannend war.

  4. Ja, Lesen tut manchmal weh…^^

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