Hakan Nesser „Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla“

 

 

Originaltitel: „Och Piccadilly Circus ligger inte i Kumla“

Ich schlafe nicht.
Auf der unteren Pritsche liegt ein riesiger Kerl und sägt Baumstämme. Er schläft für uns beide.
Ich habe ein Buch dabei, aber ich lese nicht. Habe genug Gedanken für eine halbe Menschheit.
00:42 Hässleholm.
01:34 Alvesta.
Die Zeit ist ein Dieb und ich habe Witterung aufgenommen. Die nächtlichen Minuten ticken rückwärts, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Bald sind wir da. Bald haben wir die Linsen auf die richtige Entfernung eingestellt.

Kumla. Ein kleines Dorf in Schweden, von dem die Einwohner behaupten, es läge in der Mitte der Welt, wird von einem brutalen Mord heimgesucht. Der Uhrmacher Kalevi Oskari Kekkonen ist das Opfer. Wer nun glaubt, sich in einem klassischen Krimi zu befinden, in dem ein weltgewandter Kommissar die Lesebühne betritt, liegt falsch. In diesem Roman geht es nicht um den Mord. Nicht an erster Stelle. Vielmehr geht es um die Geschichte von Mauritz Målnberg und den Sommer von 1967. Schule, Musik, Freunde und die erste Liebe. Natürlich versucht er sich als Privatdetektiv, aber erst 35 Jahre später soll er die ganze Wahrheit erfahren.
Ein Buch, das gleich auf den ersten Seiten fesselt und viel über das Leben aus den 60ern zu berichten weiß, mit einer poetischen Sprache aus der Sicht eines 16-jährigen, pubertären Jugendlichen, der von der großen, weiten Welt träumt.

Und ich dachte, dass die Zeit ein Dieb ist. Sie stiehlt uns alles. Zuerst gibt sie uns alles, aber dann müssen wir alles wieder abliefern. Menschen, Begegnungen, Momente. So einfach ist das. So grausam ist das.

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2 Gedanken zu „Hakan Nesser „Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla“

  1. Anj sagt:

    Mich würde der Teil mit der „poetischen Sprache“ abschrecken… Wie poetisch is die denn?

  2. F. Oldörp sagt:

    na so wie sie halt aus der sicht eines 16-jährigen sein kann. er versucht sich am schreiben, will klingen wie bob dylan und schafft das manchmal sogar.
    die geschichte ist eigentlich rückblickend erzählt. der junge ist mittlerweile um die 40, aber 85% der geschichte spielen halt im damals.

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