“Das Bild des Dorian Gray” ist ein Bilderbuch. Ein tolles noch dazu. Es zauberte beim Lesen vor meinen Augen unzählige Bilder von wunderschönen Gärten, üblen Spilunken im alten London und pompösen Tafelrunden bei den Adligen. Aber zum Anfang:
“Das Bild des Dorian Gray” von Oscar Wilde dreht sich um eben jene Titelfigur. Der junge, noch naive Dorian ist ein Bildschöner Knabe und von allen bewundert. Der Maler Basil Hallward erliegt ganz dem Charme des Jungen und portretiert ihn. Es sei sein größtes Werk. Dorians Schönheit ist damit für immer und ewig auf Leinwand gebannt. Doch wie es kommt, kommt es natürlich ganz anders. Dorian verkauft seine Seele an den Teufel und fortan soll nun dieses Bild und nicht er selbst altern, damit seine Jugend ihm auf ewig ein schönes Antlitz verleiht und die Sünden und das Abscheuliche sich nicht zeigen.
Die Naivität wird ihm von Lord Henry bald genommen, der ihn mitnimmt in seine Gedankenwelt, sodass Dorian eine ganz andere Sicht auf die Dinge bekommt. Es folgt: der Abgrund.
“Tschilpende Sperlinge raschelten im grün lackierten Efeulaub, und die blauen Wolkenschatten jagten einander wie Schwalben durchs Gras.” Ich finde, die Bildwelt und Sprache hier total schön. Sie ist so, als ob man wirklich in dem Moment des Lesens ein Bild gemalt bekommt. Auch mal eine etwas hochgestochene Sprache zu lesen, weil man sich in adligen Kreisen bewegt hat Spaß gemacht. Wenn man sich dann noch in griechischer/römischer Mythologie auskennen würde, bräuchte man auch nicht so oft zu den Worterklärungen blättern. ;)
28. April 2008 um 10:31 |
hach, das Zitat ist traumhaft! Lustigerweise bin ich gerade vor Kurzem über das Buch gestolpert und hatte es schon in der Hand…jetzt gehe ich nochmal zurück und hols mir. Danke:-)
29. April 2008 um 9:15 |
Immer wieder gerne, aber nicht mit mir schimpfen, falls es dir nicht gefällt. ;)
29. April 2008 um 11:18 |
Ja, die Sprache hat mich auch begeistert (wenngleich sie auf englisch nicht ganz so einfach zu verstehen sit, wie ich finde). Und toll, wie sie zum Titel passt und eben selbst ein Bildnis ist!
29. April 2008 um 11:25 |
Ui, du hast es auf englisch gelesen? Ich fand ja schon so manchen Satz auf deutsch etwas anstrengend, sodass ich ihn zweimal lesen musste. Das hat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan *Ani nicht vom Buchkauf abhalten will*.
29. April 2008 um 5:24 |
Jaja, und ich dachte auch bis eben, dass es “Bildnis” heißt und nciht einfach nur “Bild”. Tja! So kann man sich täuschen, wa?
29. April 2008 um 9:24 |
Ehrlich gesagt dachte ich auch, dass es das “Bildnis” sei, aber auf dem Cover steht es ja auch anders. Na ja, dann sind wir schon zwei Verwirrte. *g*
30. April 2008 um 11:22 |
Ja, komisch oder?
Ha, und weißte auch wieso?
KLick mal hier:
http://www.amazon.de/Das-Bildnis-Dorian-Gray-Roman/dp/3423124660/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1209547314&sr=8-1
Das Dings hat zwei Titel!!!
30. April 2008 um 11:25 |
Uuuh, du Recherchefuchs! Dann haben also alle Recht und können sich glücklich und wissend in die Arme fallen.
30. April 2008 um 5:12 |
Jaaaaaaaaaa!
13. Mai 2008 um 2:29 |
Ich fand das Buch auch sehr gut, kann dir beim Thema “schöne Sprache” nur zustimmen, besonders gut fand ich die “Zufälligkeit”, mit der Dorian “seine Seele verkauft”, er macht das ja nicht bewusst, sondern sehr gedankenlos…
13. Mai 2008 um 9:45 |
Da sieht man mal wieder, dass es ganz schön gefährlich werden kann, wenn man gedankenlos daher redet.
15. Mai 2008 um 11:41 |
schönes Buch ja!